Full text: Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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dürftig sei, um aus eignem Antrieb auch nur für die Elemen 
tarbildung der Jugend sorgen zu können. Die betreffenden 
Stellen besagen zusammen nichts Anderes, als dass die Lage 
der Arbeiter in der Bestimmung der Löhne und in der allge- 
meinen Gestaltung des Bildungsstandes ihrer Nachkommen 
eine ungünstige sei, und man erkennt deutlich die Regungen 
der Sympathie für den Arbeiterstand. Ueberraschon darf uns 
diese Haltung nicht; denn wir haben es mit einem Schriftsteller 
zu thun, der den allgemeinen philosophishen und politischen 
Ideen des 18. Jahrhunderts in hohem Maass huldigte, wenn er 
auch ihre strengeren, nämlich socialitären Gonsequenzen für 
das Wirthschaftssystem noch nicht vollständig abzusehen ver 
mochte. Aus diesem Grunde wird man den Ausdruck bürger 
liche oder Bourgeoisökonomie in seiner heutigen Bedeutung auf 
das Smithscho System nicht anwenden dürfen. Es war zuviel 
echte Wissenschaft in seinem Gedankenkreis, als dass es ge 
stattet sein könnte, in demselben nur eine Parteilehre zu sehen. 
Allerdings ist eine gewisse bürgerliche Färbung der An- 
schauungs- und Denkweise nicht zu verkennen, und es haben 
wichtige Lehren wie namentlich diejenige vom Capital, 
durch dieses Element ihre Gestalt erhalten. Es ist aber etwas 
Anderes, ob Jemand bei ausschliesslich wissenschaftlicher Rich 
tung und ungeachtet seines Ströhens nach wirklichen Einsich 
ten^ dennoch unwillkürlich zu einseitigen Ausgangspunkten 
verleitet ivird, oder ob er sich ziini Weidrzeugr der Ilesctn-änld;- 
heiten einer Partei oder Classe macht. Letzteres war am ent 
schiedensten mit Malthus und in einem ansehnlichen Umfang 
mit Ricardo, aber nicht mit Adam Smith der Fall; denn in 
dem Schotten überwog das wissenschaftliche Bestreben alle 
andern Einwirkungen in hinreichendem Maass, um gesunde und 
echte Einsichten auch da möglich zu machen, wo schädliche 
Gewohnheiten einer gesellschaftlichen Classenanschauung ent- 
gogenstanden. Hienach werden wir den Smithschen Gedanken 
kreis in einem weiteren, aber jedenfalls nicht in dem schlech 
ten Sinne des Worts bürgerlich nennen können. Wir werden 
uns jedoch zu hüten haben, ihm jene Advokatenschaft unterzu 
legen, die selbst noch nicht einmal das Bild der geziemenden 
Vertretung einer Sache vorstellt. Die Rohheit, mit welcher 
sich sociale Positionen und Parteianwaltschaften in die Wissen 
schaft eingedrängt haben, gehört, wie schon gesagt, erst der
	        
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