in einem Interview: „Morgan meint, das System der
New Haven, das bereits einen eigenen Bahnhof in New
York hat, sollte sich bemühen, auch einen eigenen
Endbahnhof in Boston zu erhalten. New York und
Boston sollten durch eine einzige Eisenbahnlinie unter
einheitlicher Leitung verbunden sein.”
Damals reichte nämlich die New Haven nicht bis
nach Boston. Ihre Gleisanlagen hörten in Springfield
auf, ihre Passagiere wurden von Springfield nach
Boston und umgekehrt auf Grund eines Abkommens
mit der Boston & Albany von dieser Gesellschaft be-
fördert, und nur einige ihrer Züge liefen auf den
Schienen derselben Gesellschaft bis nach Boston
durch. Sobald Morgan in das Direktorium eingetreten
war, versuchte er, ihr durch den Kauf oder die Kon-
trolle einer von Boston aus nach Südwesten verlaufen-
den Eisenbahnlinie einen eigenen Weg nach Boston
hinein zu verschaffen.
Um diese Zeit begann nun Archibald McLeod
seinen Feldzug für die Ausdehnung der Reading, deren
Präsident er war, quer durch Neuengland, Auch er
wollte seiner Gesellschaft einen eigenen Endbahnhof
in Boston verschaffen. Er hatte vor, seine Linie bei
Poughkeepsie über den Hudson zu führen und dann
durch die Kontrolle der alten New York & New Eng-
land nach Boston hineinzukommen. Zu diesem Zweck
richtete er seine Tätigkeit gegen das System der Old
Colony Railroad, das das ganze südöstliche Massachu-
setts bediente und bis nach New London, Connecticut,
reichte. Sein Kampf um die Beherrschung der Old
Colony ist ein bemerkenswerter Abschnitt in der Ge-
schichte der amerikanischen Eisenbahnen. Wahr-
scheinlich hätte McLeod auch sein Ziel erreicht, wenn er
sich nicht die Feindschaft Morgans zugezogen hätte,
der einen ähnlichen Plan schon seit 20 Jahren hesgte.
4.7 -
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