Full text : Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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fest,  und  cs  giebt  gegen  dieselbe  nur  Ein  Mittel,  nämlich  die,
avío  sich  später  zeigen  wird,  höchst  geistlichen  Rathschlägo  des
Reverend,  welcher  uns  von  dem  Zwange  der  Natur  buchstäblich
durch  Kanzelvermahnung  erlösen  will.  Doch  lassen  wir  dies
bis  nachher.  Vorläufig  haben  wir  es  mit  dem  zu  thun,  was
man  das  Drängen  der  Bevölkerung  auf  die  Nahrungsmittel  genannt ­
  hat.  Wie  sich  auch  die  Production  gestalten  möge,  stets
soll  die  Volksvormehrung  das  schnellste  Tempo  halten  und
allem  Vorrath  voraneilen,  der  sich  zu  irgend  einer  Zeit  bcschaif'on
lässt.  Die  Bedürfnisse  und  die  Kräfte  der  Menschen  sind  hicnach
  einander  nicht  im  Mindesten  angepasst.  Die  Anzahl  der
Magen  vervielfältigt  sich  nothwendig  schneller  als  die  Kraft
der  Hände  und  Köpfe.  Die  Einrichtung  der  Natur  ist  so  beschaffen, ­
  dass  nicht  die  geringste  Aussicht  vorhanden  ist,  der
Nachfrage  nach  Nahrungsmitteln,  wie  sie  durch  die  natürliche
Volksvermehrung  entstehen  müsste,  irgendwie  zu  entsprochen.
Der  Umstand,  dass  mit  der  Nachfrage  nach  Ernährungsmittcln
auch  ein  Angebot  von  Händen  und  Köpfen  in  die  Welt  kommt,
stört  einen  Malthus  durchaus  nicht  ;  denn  er  denkt  nur  an  die
aussermenschliche  oder  vielmehr  seiner  Vorstellung  gemäss  unmenschliche ­
  Natur,  die  er  als  den  Inbegriff  der  Oesetze  ihres
und  seines  „makers  ansieht,  und  deren  W^irkungen  er  echt
pastoral  als  Züchtigungen  des  „Herrgotts"  auslegt,  der  überhaupt ­
  in  seinem  Buch  eine  grosse  Rollo  spielt.
Wäre  in  der  Malthusschen  »Schrift  vorwiegend  eine  wissenschaftliche, ­
  wenn  auch  irrthümlichc  Vorstellung  dargelegt  worden, ­
  so  würde  dieselbe  eine  entsprechende  Kritik  und  nichts
Aveiter  erfordern.  So  aber  haben  wir  es  wesentlich  mit  einem
moralischen  Missgebildc  und  noch  dazu  mit  einem  von  jener
hässlichsten  Art  zu  thun,  die  sich  selbst  in  den  Mantel  der
Moral  hüllt.  Ungefähr  ein  Jahrzehnt  vor  Malthus  hatte  sich
die  Anziehungskraft,  welche  die  Bevölkerungmfrage  auch  für
die  katholischen  Priester  zu  haben  pflegt,  an  einem  verschlagenen ­
  Mönch,  dem  Venctiancr  Ortes  bewährt,  dessen  politischökonomische ­
  Schriften  in  der  bändcreichon  Gustodischon  Sammlung ­
  der  Italienischen  Nationalökonomen  den  unvcrhältnissmässigen
  Raum  von  7  Bänden  einnehmen.  Dieser  Priester
hatte  auch  über  die  Bevölkerung  in  einer  Weise  geschrieben,
die  der  Malthusschen  Vorstellungsart  sehr  nahe  stand.  Doch
ist  dieser  Ortes  trotz  aller  A'olkswirthschaftlichen  Domjuixoterio,
            
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