Full text : Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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trägt.  Diese  letztere  Gestalt,  die  mit  der  ursprtingliclien  Yorstellungsart
  in  Widerspruch  steht,  ist  die  verhältnissmässig
bessere  und  hätte  dazu  dienen  können,  den  Grundirrthum  der
Theorie  überwinden  zu  helfen,  wenn  so  etwas  überhaupt  den
Vertretern  Ricardoscher  Aiiffassungsarten  in  den  Sinn  gekommen ­
  wäre.  Es  sind  stets  die  Mittel,  die  unter  Voraussetzung
gleieher  Beschaffenheit  und  gleichen  Umfangs  verschiedenen
Naturverhältnissen  gegenüber  auch  einen  verschiedenen  Erfolg
ergeben  müssen,  und  man  muss  daher  alle  Differenzen  dieses
Erfolges,  so  sehr  sie  auch  von  den  Naturchancen  horrüliron
mögen,  auf  diese  Mittel  selbst,  d.  h.  auf  Arbeit  und  Capital
verrechnen.  Dies  ist  die  natürliche  Gedankengestaltuug.  Sie
wird  praktisch  um  so  nothwendiger,  als  es  ja  auch  übrigens  in
erster  Linie  die  Oapitalgrundlagen  sind,  welche  weit  mehr,  als
die  reinen  Naturverhältnisse,  die  Gestaltung  der  Erträge  und
der  Einkünftegrössen  bestimmen.  Offenbar  hat  die  irrtbümliche
  Gestaltung  der  Smithschen  Capitalthoorio  das  Ihrige  dazu
beigetragen,  Rieardo  in  die  ganz  verkünstelten  Begriffsfassungen
zu  treiben,  und  es  ihm  unmöglich  zu  machen,  sich  von  den
Widersprüchen  zu  befreien,  die  ihn  auf  jedem  Schritt  begleiten.
Bedenkt  man,  dass  die  Vorstellungen  vom  Capital  bei  ihm  den
Stützpunkt  bilden,  um  diejenigen  der  Rente  abzugrenzen,  so
ist  klar,  dass  sich  jeder  Fehlgriff  in  Rücksicht  auf  den  ersteren
Begriff  durch  die  entsprechende  Unbestimmtheit  oder  Schwierigkeit ­
  der  zweiten  Vorstellung  vermehren  muss.  Es  bieten
sich  daher  von  dieser  Seite  für  die  Kritik  noch  mannichfaltigc
Gesichtspunkte  dar,  aus  denen  die  Unhaltbarkeit  des  Rentengebildes ­
  einleuchten  kann.  Wir  gehen  jedoch  hierauf  nicht  ein,
da  für  die  Geschichte  der  Lehre  ein  anderer  Umstand  weit
wichtiger  ist.
Das  Unpraktische  des  Ricardoschen  Rentengebildes  zeigt
sich  bei  dem  Urheber  selbst,  sobald  er  mit  Fragen  der  thatsächlichen
  Anwendung  in  Berührung  kommt.  So  entwickelt
er  z.  B.  bei  der  Erörterung  der  Besteuerung  des  Grundeinkommons
  die  Ansicht,  dass  sein  Rentengebilde  ein  gutes  Steuerobject ­
  abgebe.  Allein  die  wirkliche  Rente  bestehe  ausserdem
aus  Capitalgcwinn,  und  aus  diesem  Umstande  ergebe  sich  das
Gcgentheil.  Wenn  jemals  von  einem  Autor  selbst  etwas  dazu
gethan  worden  ist,  die  Kluft  zwischen  seinen  künstlichen  Bcgriffsgcbildcn
  und  den  natürlichen  Vorstellungen  der  Wirklich-
            
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