Full text : Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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Rolle  spielt.  Nichtsdestoweniger  sind  seine  Aufstellungen  nicht
ohne  Beziehungen  zu  der  nebenherlaufenden  Yolkswirthschaftslehre.
  Obwohl  er  sich  auf  dieselbe  nicht  unmittelbar  einlässt,
ja  von  ihren  Grundsätzen  kaum  etwas  Ernstliches  weiss,  bildet
er  zu  ihr  wenigstens  ein  Gegenstück,  und  seine  Gedanken
schliessen  eine  Kritik  aller  andern  möglichen  Auifassungen
ein.  Indem  er  seinen  Ausgangspunkt  von  den  gesellschaftlichen ­
  Verhältnissen  nimmt,  ist  er  sogar  der  ausschliesslichen
Wirthschaftslehre,  die  ohne  eigentlich  sociale  Gesichtspunkte
bleibt,  in  dieser  Beziehung  von  vornherein  überlegen.  Bei
der  letzteren  Behauptung  habe  ich  Saint  Simon  und  zwar
dessen  eigne  und  bessere  Vorstellungen,  nicht  aber  etwa  das
im  Sinne,  was  später  als  St.  Simonismus  bezeichnet  worden  ist.
Die  Person  selbst  mit  dem  zugehörigen  Ideensystem  bildet  den
Schwerpunkt  des  älteren  Socialismus,  und  es  lässt  sich  zu
dieser  Vertretung  kaum  etwas  nur  einigermaassen  Ebenbürtiges,
und  in  Frankreich  nicht  einmal  etwas  Zurechnungsfähiges  hinzufügen, ­
  da  der  unsäglich  alberne  Fourier  kaum  ein  Anrecht
hat,  in  einer  Geschichte  wissenschaftlicher  Gebilde  anders  als
im  Sinne  einer  Grenzbezcichnung  des  Möglichen  berücksichtigt
zu  werden.  Was  aber  den  Engländer  Owen  anbetrifft,  so  wird
sich  zeigen,  dass  seine  Rolle  mehr  in  thatsächlichen  Versuchen
als  in  der  Geltendmachung  erheblicher  Ideen  bestanden  hat.
Wenigstens  ist  seine  ideelle  Capacität  so  äusserst  dürftig
gewesen,  dass  man  sie  mit  derjenigen  St.  Simons  gar  nicht
vergleichen  kann.  Mit  den  erwähnten  drei  Namen  ist  aber
Alles  erschöpft,  was  selbst  vom  Standpunkt  unkritischer  Auffassungen ­
  für  den  älteren  Socialismus  als  Inbegriff  der  Hauptrepräsentanten
  gelten  dürfte.
2.  Es  giebt  Neigungen  und  Ansichten,  welche  die  Geschichte ­
  des  Socialismus  bis  in  die  grauen  Alterthümer  der
Völker  zurückdatiren  und  uns  heute  auch  noch  mit  einer  Geographie ­
  beschenken  möchten,  welche  gegenwärtig  Chinesische
Secten  von  socialem  Charakter  und  Aehnliches  in  Betrachtung
zu  ziehen  hätte.  Eine  noch  grössere  Verkehrtheit,  als  wir  sie
schon  bei  den  Vorstellungen  über  den  Stammbaum  der  Volkswirthschaftslehre
  an  getroffen  haben,  macht  sich  bei  der  Genealogie ­
  des  Socialismus  geltend.  Der  letztere  soll  fast  zu  allen
Zeiten  und  bei  den  verschiedensten  Völkern  existirt  haben,
und  das,  was  man  heute  sociale  Frage  nennt,  soll  so  alt  sein.
            
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