Full text : Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

werben,  speciilirte  er  von  1790—97  in  Verbindung  mit  einem
Preussen,  dem  Grafen  Redern,  auf  dem  Gebiet  dos  Nationalgütei
  Verkaufs  und  zog  sich  dann  mit  einer  Summe  von
144,000  Fr.  von  allen  geschäftlichen  Operationen  zurück.  Er
glaubte  mit  diesem  Betrag  für  seine  Absichten  und  Entwürfe
solange  ausreichen  zu  können,  bis  er  zu  irgend  einer  Stellung  gelangt ­
  sein  würde.  Doch  der  Erbe  der  Tradition  des  Glanzes
und  der  hülle  hatte  seinen  Voranschlag  mit  etwas  zu  leichtfertigem ­
  Vertrauen  auf  die  Lebensverhältnisse  gemacht  und
war,  wie  das  Weitere  lehrte,  offenbar  nicht  fähig,  seinen  nach
allen  Seiten  hin  ausgreifenden  Forschungsneigungen  die  zum
eigentlichen  Ziel  führenden  Bahnen  vorzuschrciben.  Er  verstand ­
  es  weder  in  seinen  nun  beginnenden  wissenschaftlichen
Studien  noch  in  seinen  vermeintlichen  Lobensorprobungen  die
natürlichen  Beschränkungen  eintreten  zu  lassen,  die  im  Interesse ­
  der  Freiheit  und  Herrschaft  des  Geistes  noth  wen  di  g  sind.
Es  gelang  ihm  nie,  auf  das  Unerhebliche  zu  verzichten  und
das  Unnütze  eines  Ausgreifens  und  Ausschweifens  nach  allen
Wissens-  und  Lebensrichtungen  zu  erkennen.  Er  bcsass  nicht
die  hinreichende  Kraft  der  Abstraction,  um  sich  im  Sinne  philosophischer ­
  Î  roiheit  und  Ucbersicht  auf  das  zu  concentriren,
worauf  es  ihm  eigentlich  ankam.  Ein  sehr  unbestimmter  Drang
nach  Verwerthung  alles  Wissens  für  eine  neue,  zur  Veredlung
der  menschlichen  Existenz  führende  Erkenntniss  äusserte  sich
daher  zunächst  in  etwas  zerfahrener  Weise,  wobei  es  allerdings ­
  an  der  Einheit  des  Triebes  und  eines  noch  unklar  gedachten ­
  Phantasiebildes  von  einer  „physiko-politischen”  Theorie
nicht  fehlte.
Der  siebeuunddreissigjährige  Mann  begann  mit  einem  Studium ­
  der  physischen  Wissenschaften  und  zwar  mit  einem  besondern
  Interesse  für  deren  Entdeckungsgeschichto.  Er  selbst  berichtet ­
  uns  in  seinen  Lebensfragmenten,  die  man  unter  Anderin
auch  an  der  Spitze  der  Ausgabe  der  Werke  von  1841  abgedruckt
findet,  von  den  Einzelheiten  und  Aeusserlichkoiten  seiner  Bestrebungen. ­
  Zuerst  war  es  die  polytechnische  und  später  die
medicinische  Schule,  bei  welcher  er  seine  Wohnung  aufschlug.
Seine  Börse  und,  wie  er  ebenfalls  selbst  sagt,  seine  Tafel  und
sein  guter  Wein  wären  nicht  geschont  worden,  um  die  Professoren ­
  der  beiden  Anstalten  ausgiebig  zu  machen.  Doch  scheint
ihm  diese  vornehme  Stndirweise  im  Verhältniss  zu  den  ver-
            
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