Full text: Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

262 
welche auch Comte gerieth, machte es beiden Persönlichkeiten 
möglich, die den Ueberlieferungen der Revolution feindlichen 
Systeme theils mit Gleichgültigkeit theils aber auch mit einiger 
Gunst zu betrachten. Dem auf die Zukunft gerichteten Positi 
vismus, welcher die Fortsetzungen der Revolution übersprang, 
schob sich als gegenwärtiger Anknüpfungspunkt komischer 
weise grade das unter, was er in seinen innersten Motiven 
am ornstlichston zu bekämpfen hatte und durch seine Theorien 
auch wirklich am entschiedensten comproinittirte. Sicherlich 
war es ein starker Contrast, wenn St. Simon den Restaura 
tionskönig mit der Mission betrauen wollte, das Regime 
der wirthschaftlichen Gesellschaftselemente durchzuführen und 
denen, welche als Industrielle im Gegensatz zu den Feudalen 
bezeichnet wurden, zum Siege zu verhelfen. Derjenige, der 
diese Idee liegtc, war derselbe, der auch gelegentlich jenen 
kleinen Aufsatz von 1810 sclireibeii konnte, in welchem mit 
ziemlich feinem Humor eine für Königthum, Adel und hohe 
Büreaukratie nicht sehr sclimeichelhafte Erörterung ihrer Ent 
behrlichkeit angostellt wurde. Diese ,,Politische Parabel”, 
die den Verfasser vor die Geschwornen brachte, verglich die 
Verluste Frankreichs in den beiden Fällen, dass die Personen 
des Hofes, der Minister, des müssigen höhern Adels oder 
aber die bedeutendsten Vertreter der wirthschaftlichen, tech 
nischen und wissenschaftlichen Thätigkeit plötzlich vom Schau 
platz abträten. Das ofíen hingestellte Ergebniss bestand näm 
lich darin, dass die Verrichtungen jener ersteren Personnagen 
nicht viel reelles Gewicht hätten und übrigens leicht ersetz 
bar wären. Zur Ausfüllung der Stelle eines lachenden Erben 
sei kein besonderes Studium nöthig; die Lücke, die das Ver 
schwinden einer Vertretung der kronprinzlichen Würde lasse, 
werde ohne Mühe von einem Andern ausgefüllt. Auch für 
die Function eines Königs finde sich allenfalls eine Ersatz 
person. In den Ministerposten würde mancher tüchtige Cnter- 
beamte ebenfalls nicht in Verlegenheit gcrathen. Der kurze 
Sinn dieser und ähnlicher Ausführungen bestand offenbar 
darin, dass diejenigen, welche St. Simon für blosse Figuranten 
nahm, als allenfalls entbehrlich, die wirthschaftlich, technisch 
und wissenschaftlich thätigen Elemente aber als die wahrhaft 
nützlichen und unentbehrlichen Glieder dos Staats erscheinen 
sollten. Der Abkömmling Karls des Grossen hatte hier
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.