Full text : Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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nehmen,  wie  sich  die  Verkennung  des  Umstandes  rächt,  dass
7Ai  allen  Zeiten  die  physische  Gewalt  und  mithin  irgend  ein
Maass  oder  irgend  eine  Form  der  militairischen  Thätigkeit  die
rohe  Grundlage  der  Gestaltungen  abgegeben  habe  und  in  dieser
Function  auch  niemals  ganz  ausgemerzt  werden  könne.  Die
Idee  der  Subaltcrnisation  des  militairischen  Elements,  welches
noch  überdies  mit  dom  feudalen  zusam  menge  werfen  wird,  ist
bei  Saint  Simon  äusserst  unklar,  wenn  man  ihr  nicht  etwa  das
unterschieben  will,  was  bereits  in  der  Wirklichkeit  besteht.
Der  ehemalige  Oberst  konnte  keine  richtigen  politischen  Verzeichnungen ­
  geben,  weil  ihm  das  Verständniss  für  diejenige
Seite  der  menschlichen  Natur  fehlte,  mit  welcher  die  Bereitschaft ­
  zum  Gebrauch  der  Waffen  in  einem  gewissen  Maass
stets  verknüpft  sein  wird.  Nach  einem  festen  Knochengerüst
markirter  Ideen  von  eigentlich  politischer  Natur  sehen  wir  uns
daher  vergebens  um,  und  an  Stelle  der  ernsten  Scheidelinien
des  Rechts  im  markigen  Römischen  Sinne  des  Worts  treffen
wir  auf  eine  philanthropische,  dem  Christenthum  nachgeahmte,
im  Princip  achtengsworthe  und  discutirbare,  sonst  jedoch  ebenfalls ­
  keiner  unmittelbaren  Anwendung  fähige  Moral.  Das
Motto  „liebt  und  helft  euch  unter  einander”,  und  noch  dazu  auf
der  Schrift  „Vom  industriellen  System”,  sagt  mehr  als  eine
weitläufige  Erörterung.  So  gut  der  diesem  Motto  entsprechende
Trieb  sein  möge,  wo  er  naturwüchsig  entsteht,  natürlich  bleibt
und  ohne  nachträgliche  Verwandlung  in  Selbstbetrug  oder
Heuchelei  zu  verstaudesmässigen  Gonsequenzen  führt,  —  so  vortrefflich ­
  das  Princip  im  innersten  Grunde  befunden  werde,  —
Eins  steht  aus  innern  Ursachen  und  durch  das  Zeugniss  der
Geschichte  fest,  dass  es  nämlich  ungeeignet  ist,  eine  eigentliche
Politik  zu  ergeben.  Die  letztere  und  das  ganze  Grundgerüst
der  gesellschaftlichen  Ordnung  müssen  vielmehr  durch  andere
Mächte  in  einem  gewissen  Maass  verbürgt  sein,  ehe  für  den
Einfluss  jener  Gesinnung  auf  die  öffentlichen  Einrichtungen
und  auf  den  Verkehr  der  Menschen  ein  gesicherter  und  geregelter ­
  Spielraum  zur  Verfügung  steht.  Andernfalls  gestaltet
sich  der  betreffende  Affect  in  seinen  Bethätigungen  verworren
und  anarchisch;  ja  er  muss  sogar  die  Quelle  der  Ungerechtigkeit ­
  werden,  wenn  er  glaubt,  die  angedeuteten  Voraussetzungen
seiner  politischen  und  socialen  Consequenzen  überspringen  und
            
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