Full text : Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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Die  schon  erwähnte  Zwischenclasse,  die  er  gewöhnlich  als  die
der  Degisten  bezeichnet,  sollte  in  Verbindung  mit  den  Metaphysik ­
  er  n  die  eigentliche  Stütze  des  Uebergaugs-  und  Zwitterzustandes ­
  bilden.  Hiebei  denkt  er  sich  unter  der  Metaphysik
das  philosophische  Zubehör  der  Theologie  oder,  wie  ich  cs
nennen  würde,  das  Priesterthum  zweiter  Classe.  Die  Idee  ist
hienach  wesentlich  dieselbe,  welche  auch  in  der  Comtcschon
Philosophie  an  getroffen,  dort  aber  mehr  aus  psychologischen  als
aus  socialen  Gesichtspunkten  behandelt  wird.  Es  ergiebt  sich
nämlich  mit  Leichtigkeit  der  Parallelismus  von  Fcudalität  und
Constitutionalismus  einerseits  mit  Theologie  und  Metaphysik
andererseits.  Das  dritte  Glied  der  Vergleichung  hat  nur  bei
8t.  Simon  einen  verständlichen  Sinn;  es  ist,  wie  schon  erwähnt,
das  System  der  Arbeit  und  der  Industrie,  neben  welchem  in
geistiger  Beziehung  die  Herrschaft  der  Wissenschaft  in  natürlicher ­
  Zugehörigkeit  einhergehen  soll.  Der  so  entstehende
dritte  Zustand  gilt  einem  St.  Simon  als  der  positive  und  als  derjenige, ­
  welcher  die  Zukunft  beherrschen  werde.  Die  schwächste
Seite  in  der  Auffassung  dieses  dritten  Zustandes  ist  nicht  der
wirthschaftliche,  sondern  der  auf  die  Herrschaft  des  Wissens
gerichtete  Gedanke,  und  dieser  letztere  ist  es  auch  grade  gewesen, ­
  den  A.  Comte  am  meisten  ins  Auge  gefasst  hat.  St.  Simon ­
  spricht  cs  in  der  Schrift  „Vom  industriellen  System"
(S.  295)  deutlich  aus,  dass  die  Akademien  mit  der  erforderlichen
Ergänzung  ihres  Personals  die  neue  geistige  oder,  man  müsste
eigentlich  sagen,  geistliche  Gewalt  bilden  sollen.  Diese  unwillkürlich ­
  das  Lächeln  regemachende  Vorstellung  verflüchtigte
sich  nun  bei  Comte  zu  lauter  Nebelhaftigkeiten  und  wurde  um
so  haltloser,  je  weniger  ihr  die  industrielle  Idee  St.  Simons  zur
Seite  stand.  Uebrigens  erinnern  wir  noch  einmal  daran,  dass
sich  die  Täuschung,  die  diesem  Verlangen  nach  einer  „spiritualen" ­
  Gewalt  zu  Grunde  lag,  bei  beiden  Personen  später
deutlich  genug  in  den  auf  eine  neue  Religion  gerichteten  Ideen
blosgestellt  und  hiemit  in  der  ganzen  Haltlosigkeit  des  den
religiösen  Organisationen  entlehnten  Idols  bekundet  hat.
Als  Innern  Grund  für  die.  Nothwendigkeit  einer  Herrschaft
der  Arbeit  giebt  St.  Simon  den  Umstand  an,  dass  sie  die  Quelle
aller  moralischen  Tüchtigkeit  sei.  Die  Art,  wie  er  sich  diese
Herrschaft  zunächst  dachte,  war  jedoch  nichts  weniger  als
socialistisch.  Als  Verwirklichungsmittel  seiner  Philanthropie
            
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