273 —
scliichtsscbroibung fallen. Zunächst haben wir es aber mit
einem Intermezzo zu thun, welches eine besondere Aufmerk
samkeit gar nicht verdienen würde, wenn es nicht zur Be
zeichnung der Grenzlinie zwischen Sinn und Unsinn dienen
könnte.
Drittes Capitel.
Die Missgebilde der socialen Phantastik.
(Fourier, Owen und der Bnfantinismus).
Die Aufgabe, die wir in diesem Capitel zu lösen haben,
ist insofern keine leichte, als sie nicht mehr der IVissenschaft,
ja auch nicht einmal zum Theil dem Suchen nach derselben,
sondern nur den widerwärtigsten Gestalten der gesellschaft
lichen Pathologie und den entschiedensten Verirrungen des
Verstandes und Charakters gelten kann. Wir werden es mit
Fourier, mit Owen und ausserdem mit denjenigen Erscheinungen
zu thun haben, welche ganz unzutreffend als St. Simonismus
bezeichnet worden sind. Wir knüpfen die letzteren absichtlich
nicht unmittelbar an die Darstellung St. Simons an, weil sich
bei näherer Betrachtung zeigt, dass der äusserliche Zusammen
hang und die Verbindung mit Schülern des Genannten fast
gar nichts zu bedeuten hat. Im Gegeiitheil muss das fragliche
Sectcngebildc als eine monströse Mischung der verschieden
artigsten theoretischen und praktischen Thorheiten betrachtet
werden, die zur Zeit seines Agirens zugänglich und nachahmbar
waren. So hat namentlich Fourier mit seiner im Albernen
und Krausen sehr üppig wuchernden Imagination den Bedürf
nissen des Enfantinschen Hirns hier und da dienstbar werden
müssen. Es würde ein arger Fehler sein, wenn man glaubte,
dass die Puppen dieses Schlages alle Blüthen des von ihnen
aufgcspicltcn Unsinns ganz und gar aus ihren eignen Köpfchen
gezeitigt hätten. Sie haben nicht blos aus Schriften Fouriers
ilirern Mangel nachgeholfen, sondern es ist auch, wie stets bei
allen solchen Erscheinungen, mit Sicherheit vorauszusetzen,
dass die Tradition und so zu sagen geistige Bundesbrüderschaft,
die dem analogen Widersinn und den gleichartigen Missge-
bildcri der verschiedensten Zeiten und Völker zu Hülfe kommt,
Duliriiig, Geschieh to dor Nationalükonoinie. 2. Auflage. 18