Full text : Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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es  die  Rohheit  der  ökonomischen  Auffassung  mit  sich,  den
Ackerbau  ungebührlich  zu  betonen  und  diese  seltsame  Wirthschaftsmonade
  aus  einer  Caricatur  der  Familie  und  des  Landbaues ­
  zu  mischen.  Fourier  weiss  nicht  genug  die  Ersparungen
zu  rühmen,  welche  durch  die  gemeinschaftlichen  Räumlichkeiten
und  durch  die  Vereinigung  der  sonst  zersplitterten  Bemühungen
entstehen  sollen.  Der  gewöhnlichen  Dorfwirthschaft  stellt  er  ein
Bild  der  geregelten  Anordnung  gegenüber,  und  man  muss  ihm
selbst  Angesichts  aller  Thorheiten  zugeben,  dass  er  nicht  umhin
gekonnt  hat,  hier  und  da  einen  richtigen  oder  wenigstens  halbrichtigen ­
  Gedanken  auszusprechen.  So  würden  z.  B.  vom  rein
wirthschaftlichen  Standpunkte  aus  die  gemeinschaftlichen  Speicherräume ­
  und  die  combinirten  Beförderungen  zum  Markte
etwas  für  sich  haben,  während  rein  sociale  Erwägungen  die
Schwierigkeiten  oder  Nachtheilo  einer  solchen  Reform  der
Baucrnwirthschaft  sofort  erkennen  lassen.  Doch  wir  wollen
uns  hier  nicht  auf  die  Art  einlassen,  wie  der  Erdichtcr  der
Phalanstère  die  wirklichen  Zustände  gelegentlich  zu  kritisiren
versucht.  Weit  wichtiger  ist  cs,  seine  positiven  Einbildungen
zu  kennzeichnen.
Die  ganze  Welt  hat  sich  mit  Phalansteren  zu  bedecken.
Diese  grosse  Reform  soll  sich  in  aller  Gemüthlichkeit  vollziehen, ­
  und  das  Eigenthum  hiebei  nicht  im  Mindesten  compromittirt
  werden.  In  einem  solchen  Fourierschen  Kindergarten
für  Erwachsene  geht  Alles  nach  den  Grundsätzen  einer  guten
Buchhalterei  zu,  und  man  erkennt  in  allen  Ideen  über  die  finanziellen ­
  Arrangements  im  Innern  und  nach  Aussen  den  lebenslang ­
  getreuen  Diener  seines  Geschäfts.  Den  Capitalisten  werden
gewaltige  Zinsen  in  Aussicht  gestellt;  denn  die  Wirthschaft
des  Plialanstere  vervielfacht  die  Erträge  ins  Staunenerregende.
Ihr  kann  es  nie  an  Mitteln  fehlen,  Jedem  gerecht  zu  werden.
In  ihrem  eignen  Schooss  verzichtet  sie  keineswegs  auf  eine
strenge  Anwendung  des  Einmaleins,  um  ihren  Mitgliedern  nach
ihren  Beiträgen  und  Leistungen  das  Entsprechende  gehörig
zukommen  zu  lassen.  Im  Allgemeinen  werden  die  ökonomischen ­
  Grundformen  der  übrigen  Gesellschaft  nicht  verletzt,
sondern  nur  ins  Ungeheuerliche  verzerrt.  Von  einer  Anlehnung ­
  an  die  tieferen  Gesetze  des  Verkehrs  ist  natürlich  keine
Rede.  Die  Imaginationen  wohnen  friedlich  bei  einander,  wo
die  natürlichen  Thatsachen  sich  auf  den  ersten  Blick  als  un-
            
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