Full text : Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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klare  Vorstellungen  hatte,  die  Verantwortlichkeit  übernehmen
kann,  dass  seine  Inconsequent  sich  nicht  bisweilen  anders  als
durchschnittlich  habe  vernehmen  lassen,  so  scheint  doch  soviel
gewiss,  dass  er  nur  die  leichte  Scheidungsmöglichkeit  der  Ehen
im  Auge  gehabt  und  das  Eigenthum  höchstens  mit  einer  rhetorischen ­
  Eigur  und  in  einem  nicht  ernstlich  gemeinten  Sinne
angefochton  habe.  Was  das  Amerikanische  Experiment  von
New  Harmony  anbetrifft,  so  ist  die  Gestaltung  der  beiden  Giundverhältnisse
  in  diesem  kurzlebigen  Versuch  sehr  unklar.  Locker
waren  die  fraglichen  Beziehungen  begreiflicherweise  in  noch
grösserem  Maasse,  als  Owens  eigne  Gedankenveriassung.  Man
lebte  zunächst  sehr  vergnügt,  gab  in  der  alten  llappistenkirche
Dienstags  Bälle  und  Freitags  Concerte,  machte  in  circa  einem
Jahr  ein  halbes  Dutzend  verschiedene  sociale  Verfassungen
durch  und  gelangte  mit  der  letzten  Nummer  derselben  wieder
zum  socialen  Dasein  alten  Schlages.  Jene  Lockerung  und  ziemlich ­
  wilde  Gestaltung  war  aber  weit  weniger  Princip  als  vielmehr ­
  eine  blosse  Wirkung  der  Unmöglichkeit  gewesen,  die
philanthropische  Erziehung  von  Klein  und  Gross  an  den  sehr
gemischten  Elementen  zu  bewerkstelligen,  welche  sich  zur  Erprobung ­
  und  zum  Theil  zur  Ausbeutung  der  neuen  Harmonie
und  des  ihr  von  Owen  zugewendeten  Capitals  eingefunden
hatten.  Allerdings  hatte  Owen  die  Sklaverei  des  individuellen
Eigenthums  und  die  auf  dasselbe  gegründete  und  an  die  priesterliche
  Autorität  angelohnte  Gestaltung  der  Ehe  als  Monstrositäten ­
  bezeichnet  und  hiegegen  sowie  gegen  das,  was  er  in  der
Religion  für  absurd  hielt,  jene  „geistige  Unabhängigkeitserklärung” ­
  vom  4.  Juli  1826  gerichtet.  Man  daif  jedoch
keinen  entschiedenen  Commuiiismus  voraussetzen.  Ein  anderer
Zug  ist  viel  bezeichnender.  Es  ist  dies  der  Gedanke,  mit  Anweisungen ­
  auf  Arbeitsstunden  zu  bezahlen.  Offenbar  ist  ein
Papiergeld,  welches  nach  Arbeitsstunden  rechnet,  nur  der  sehr
natürliche  Auswuchs  eines  Princips,  welches  auch  in  der  subtileren ­
  Nationalökonomie  manchen  Irrthum  verschuldet  hat.
Wenn  man  in  der  Theorie  mit  Arbeitstagen  rechnet  oder  nach
A.  Smith  oder  gar  im  Sinne  Ricardos  die  Arbeit  zu  einem  unmittelbaren ­
  Anknüpfungspunkt  der  Vorstellung  von  den  meisten
Wertheu  macht,  ohne  die  Zwischenglieder  in  Anschlag  zu
bringen,  so  begeht  man  speculativ  einen  ähnlichen  Fehlei,  wie
ihn  Owen  für  die  Praxis  ins  Auge  fasste.  Obwohl  unser  phi-
            
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