Full text : Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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bildet  bat,  sondern  dass  sein  Schöpfer  auch  wider  seinen  Willen
genöthigt  worden  ist,  eine  längere  Reihe  von  Jahren  hindurch
die  Yerhältnisse  der  Amerikanischen  Union  zum  Schauplatz
seiner  Beobachtungen  zu  machen.  Auf  diese  Weise  ist  er  der
erste  grosse  Theoretiker  des  Deutsch-Amerikanischen  Systems
der  Yolkswirthschaftslehre  geworden,  und  die  in  seinem  Hauptwerk, ­
  dem  „Nationalen  System  der  politischen  Ockonomio  ’,
niedergelegten  Erkenntnisse  und  Anschauungen  werden  von
späteren  Geschichtsschreibern,  denen  eine  weitere  Entwicklung
der  Volkswirthschaftlichen  Wissenschaft  vorliegt,  als  der  Ausgangspunkt ­
  und  die  erste  grosse  Conception  einer  bewussten
Yereinigung  der  Oekonomie  zweier  Culturwclten  zu  kennzeichnen ­
  sein.  Eist  und  Carey  bilden  in  dieser  Beziehung  ein
untrennbares  Paar,  von  welchem  das  Bedeutendste  herstammt,
dessen  die  theoretische  Kraft  des  19.  Jahrhunderts  fähig  gewesen ­
  ist.  Seit  dem  Smithschen  Werk  ist  nichts  hervorgebracht ­
  worden,  was  an  eignem  Gehalt  und  an  zukünftiger
Tragweite  dem  Eist-Careysehen  System  oder,  mit  andern  Worten, ­
  den  Deutsch-Amerikanischen  Errungenschaften  entspräche.
Yon  diesen  grossen  Eeistungen  datirt  eine  sehr  erheblich  veränderte ­
  Gestalt  der  Wissenschaft,  und  es  wird  von  nun  an
nicht  mehr  möglich  sein,  den  Schwerpunkt  der  ökonomischen
Einsichten  auf  der  Englischen  Insel  zu  suchen.  Zwei  Yölker,
von  denen  das  eine  den  Kern  der  neuen  Welt  bildet  und  das
andere  gegründete  Aussicht  hat,  seine  lange  Ruhe  und  Passivität ­
  mit  einer  activ  centralen  Stellung  in  der  alten  Welt
immer  entschiedener  zu  vertauschen,  werden  auch  mit  ihren
nationalökonomischen  Theorien  fortan  eine  andere  Stellung
einnehmen,  als  zu  den  Zeiten,  in  denen  der  Brittische  Einfluss
materiell  und  geistig  eine  unverkürzte  Herrschaft  ausübte.
Die  geistige  Hegemonie  wird  sich  noch  schneller  als  diejenige
der  äusserlichen  Macht  geographisch  verschieben,  und  wie  in
der  Philosophie  die  Schotten  von  den  Deutschen  abgelöst
worden  sind,  so  wird  die  Deutsche  Denkerkraft,  verbunden
mit  dem  objectiven  Blick  und  dem  nach  Aussen  gewendeten, ­
  zum  Theil  divinatorischen  Beobachtungsgenio,  wie  es  der
Amerikanische  Standpunkt  bereits  in  einer  grossartigen,  ja
in  der  an  Entdeckungen  reichsten  Erscheinung  des  Jahrhunderts
verwirklicht  hat,  zu  Ergebnissen  gelangen,  weiche  die  zweite
            
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