Full text : Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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noch  heute  allen  industriell  aufstrebenden  Nationen  natürlich.  In
jüngster  Zeit  hat  sich  auch  das  Russische  Interesse  für  die
Listscho  Hauptschrift  gesteigert.  Im  eignen  Vaterlande  waren
rasch  mehrere  Auflagen  gefolgt,  die  in  der  Theilnahme  des
weiteren  Publicums  für  eine  in  Deutschland  noch  ganz  unbekannte ­
  Darstellungsart  ihren  Grund  hatten  und  von  den  feindlichen ­
  Universitiitskreisen  her  wohl  beeinträchtigt,  aber  nicht
verhindert  werden  konnten.  Das  von  List  1843  begründete
Zollvereinsblatt  leistete  Ausser  ordentliches,  aber  Alles  hing
an  der  Kraft  der  einen  Person,  mit  deren  Tod  für  die  geistige
Führung  des  volkswirthschaftlichen  Deutschland  etwas  Aehnliches
  eintrat,  wie  wenn  ein  bedeutender  praktischer  Staatsmann ­
  seine  Schöpfung  vorzeitig  verlassen  muss.  Ja  die  Lage
war  in  einer  gewissen  Beziehung  noch  schlimmer.  Glosse
praktische  Organisationen  und  grosse  persönliche  Anregungen
einer  Staatskraft  wirken  auf  die  Epigonen  durch  die  zwingenden ­
  Thatsachen.  Wo  aber  vornehmlich  nur  der  in  Büchern
niedergelegte  Geist  in  Frage  kommt  und  die  erste  Anregung
einen  Theil  der  erforderlichen  That  repräsentirt,  da  wirkt  das
Abtreten  der  Persönlichkeiten  zunächst  noch  weit  ungünstiger.
Der  Mangel  des  verwandten  und  einer  ähnlichen  Aufgabe  gewachsenen ­
  Geistes  sowie  der  Rückfall  in  die  frühere  Trägheit
belassen  die  bedeutendste  Erscheinung  wieder  eine  Zeit  laug
im  Hintergründe.  Dieser  sehr  natürliche  Gang  der  Dinge
wurde  im  Falle  der  Listschen  Schriften  noch  dadurch  unterstützt, ­
  dsss  die  Rückschläge  gegen  die  Revolution  von  1848
die  Aufmerksamkeit  ablenkten.  Hiezu  kam  der  Umstand,  dass
die  Listschen  Aufstellungen,  wie  dies  fast  mit  allen  genialeren
Arbeiten  solcher  Gattung  der  Fall  gewesen  ist,  in  wesentlichen
Hauptpunkten  keine  völlig  abgeschlossene  und  gleich  einem
mathematischen  Satz  nur  fertig  hinzunehmende  Gestalt  hatten.
In  einem  Wissenszweig,  welcher  sich  um  eine  stienge  Grundlegung ­
  noch  erst  zu  bemühen  hatte,  kann  eine  solche  Beschaifonheit
  der  Theorien  nicht  ,befremden.  ^  Die  letztere  ist
vielmehr  ein  sicheres  Zeichen,  dass  wir  es  in  Lists  Arbeiten
mit  dem  Ringen  nach  den  bisher  unzugänglichsten  Einsichten
zu  thun  haben.  Für  das  volle  Verständniss  solcher  im
Schaffen  begriffener  Gedanken  ist  aber  ein  selbst  schöpferischer ­
  Geist  erforderlich,  und  wir  brauchen  uns  nur  daran
zu  erinnern,  was  die  Geschichte  über  die  Seltenheit  dieser
            
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