Full text: Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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Geist atbmetc. Zunächst erklärte er den Ackerbauschutz prin 
cipiei! für unhaltbar und sah in den Englischen Korngesetzen, 
schon oho die Ligue deren Abschaffung durchgesetzt hatte, 
grundsätzlich eine Hemmung der Brittischen Machtentwicklung. 
Er machte wiederholt darauf aufmerksam, dass die Beseitigung 
der Zollhindernisse der Englischen Korneinfuhr die Kraft der 
Brittischen Industrie steigern müsse, und in dieser Hinsicht 
nahm er sicherlich einen Standpunkt ein, wie ihn sich die Frei 
händler nur irgend wünschen konnten. Dagegen forderte er 
den Manufacturschutz, weil es besser sei, lieber Fabiiken als 
Fabricate einzuführen. Auf die tiefem Gründe dieses ^ er- 
langens können wir jedoch erst eingehen, wenn wir das Listsohe 
Gesetz der Bevölkerungscapacität dargelegt haben werden. An 
dieser Stelle kommt es darauf an, die Unabhängigkeit des 
wirthschaftlichen Nationalitätsprincips von dem Schutzsystem 
zu erläutern. Ein entscheidendes Beispiel für diese Unabhän 
gigkeit bilden die Fragen, welche sich an die Gestaltung der 
Eisenbahntarife knüpfen. In letzterer Beziehung kann man 
das solidarische Interesse der Nation wirksam ins Auge fassen 
und durch die Regelung der Bahntarife eine Handels- und Wirth- 
schaftspolitik üben, die ohne irgend welche Ausschliessungs 
grundsätze und mithin in ganz positiv unterstützender Weise 
die Interessen der nationalpolitischen Wirthschaftsgemeinschaft 
wahrnimmt. In dem Maasse, in welchem das, was man 
früher als Mittel zum Zweck ansah, sich als hinfällig und illu 
sorisch zeigt, müssen positive und direct fördernde Zurüstungen 
•die Volksindustrie planmässig entwickeln. Das Element der 
Ausschliessung hört dann auf, die am meisten wesentliche Rolle 
zu spielen, und es tritt an dessen Stelle die positive Zusammen 
fassung der wirthschaftlichen Volkskraft durch die verschieden 
sten und schliesslich durch die socialitären Institutionen. Hi emit 
sind wir jedoch bei der Grenze angelangt, an welche die List- 
schen Ideen nicht mehr heranreichten, obwohl sie denjenigen, 
welcher dieselben heut aufnimmt, sehr leicht weiter tragen und 
ihm bei einiger Vertiefung in ihren Geist die wichtigsten Auf 
schlüsse erlheilen. 
6. Die Nothwendigkeit der Einhaltung des wirthschaftlichen 
Nationalitätsprincips wurde von unserm Autor an den Schick 
salen der einzelnen Nationen der neuern Zeit erfahrungsmässig 
entwickelt und in dieser Gestalt zum ersten Abschnitt seines 
Dttbring, Geschichte der Nationalökonomie. 2. Auflage. 23
	        
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