Full text: Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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féindlichen Universitätskreison eine Zeit lang breit gemacht 
hat, ohne ernstlich geprüft zu werden, — nur aus diesen 
Gründen haben wir ausser der Erinnerung an jene erste Recen 
sion auch noch den weiteren Anspruch ihres Verfassers in 
Frage bringen müssen. 
Man wird schliesslich fragen, ob nicht der Pseudohistoris 
mus irgend welche eigenthümliche, wenn auch irrthümliche 
Sätze aufzuweisen habe. Allein in dem gänzlichen Mangel 
positiver Eigenthümlichkeiten liegt grade der Umstand, welcher 
das fragliche Gebilde unter das Niveau einer wirklich positiven 
Kritik sinken lässt. Selbst der beste Wille muss hier an der 
Leerheit der Vorstellungen scheitern. Gesetzt, man liesse die 
unnatürliche und unhistorische, aus einer Verzerrung besserer 
Ideen entstandene Vorstellung von einem Mittelalter und 
Greisenalter der Völker einen Augenblick gelten, so fehlte es 
dennoch, auch abgesehen von der Unhaltbarkeit dieses Schema 
tismus, an Nachweisungen von Ursachen für die verschieden 
artige Gestaltung der ökonomischen Wahrheiten in jenen Stadien 
Die Wahrheiten selbst sollen es aber sein, welche dem Pseudo 
historismus zufolge mit den Zeiten wechseln. Die blosse Ver 
änderung der Zustände und der ökonomischen Voraussetzungen 
ist noch von keinem der grossen nationalökonomischen Schrift 
steller und auch nicht von Adam Smith unberücksichtigt gelassem 
worden. Es blieb jedoch der Verkommenheit des sich historisch 
nennenden Compilationismus oder. Deutsch gesagt, der auf 
jedes verstandesmässige Urtheil verzichtenden Zusammen 
trägerei geschichtlicher Lesefrüchte Vorbehalten, die Wahr 
heiten selbst zu verflüchtigen und sogar die Elemente der 
klareren Anschauungen fremden Geistes durch die Nebel der 
eignen Verworrenheit unkenntlich zu machen. Kein Adam 
Smith und, wenn man es streng nimmt, auch kein Ricardo, 
sondern ein verwaschenes schwächliches Abbild von allem 
Schulmässigon, mit erkennbarer Färbung, aber ohne scharf 
markirende Linien, sowie ohne das geringste Verständniss für 
grosse Persönlichkeiten und wirkliche Fortschritte der Theorie, 
— das ist die Leere, die sich hinter der Schaale der falschen 
Geschichtlichkeit oflenbart, sobald die Schriften des Leipziger 
Professors unbefangen untersucht werden. 
12. Kehren wir von der widerwärtigen Uebertägigkeit 
eines falschen Professorrufs zu einer letzten unmittelbaren Be-
	        
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