Full text: Ferdinand Lassalle

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sollte, konnte sie sich bei dieser neuen Unglücksbotschaft 
nicht länger zurückhalten. Sie eilte nach Aachen und, 
mit den Beweisstücken in der Hand, begab sie sich zum 
Grafen. Feig wie immer spielte er für einen Augen 
blick den Reuigen. Er gesteht, bittet um Verzeihung, 
verspricht nicht nur, den Akt der Schenkung rückgängig 
zu machen, sondern auch endlich seine Ungerechtigkeiten 
gegen sie einzustellen. Er bittet sie, ihren Notar aus 
Düsseldorf zu holen und mit demselben zurückzukommen, 
er wolle sich zu allen?, was sie verlange, notariell ver 
pflichten. 
Die Gräfin reist nach Düsseldorf und kommt mit 
ihrem Notar zurück. Aber schon hatte der Graf seine 
Gesinnung wieder geändert, auf den Rat seiner hinter 
listigen Ratgeber, die ihn habgierig ausbeuteten. Er 
verschließt die Tür vor der Gräfin, empfängt sie nicht 
mehr. Er antwortet nicht auf die schriftlich an ihn ge 
richtete Anfrage, ob er seine unselige Schenkung rück 
gängig gemacht habe oder nicht. Er läßt sich nur 
durch die Meyendorff sprechen, welche gleichzeitig hier 
ist und alle Tage mit ihm zubringt. 
Die zwei Lager stehen einander gegenüber, das 
unserige und das seinige. Man beobachtet sich gegen 
seitig und wartet ab. 
Plötzlich bringt man mir die Nachricht, daß die Meyen 
dorff sich nach der Eisenbahn begibt, um nach Köln zu 
seifen. Ich beauftrage Oppenheim und Mendelssohn, 
welche bei mir waren, ihr überallhin, wohin es auch 
sei, selbst bis ans Ende der Welt, zu folgen, sie beständig 
im Auge zu behalten und sich womöglich Gewißheit zu 
verschaffen, ob die Schenkungsurkunde zurückgenommen
	        
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