Full text: Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

Worten, die ihm ersparte Arbeit das Maass des Werthes sei. 
Dieser Satz, dass der Werth das Maass der ersparten Arbeit 
sei, ist nun, wie man aus dem eben angegebenen Sinne dieser 
Formel sieht, nichts weiter als eine veränderte Einkleidung 
der Careyschen Idee, dass der Werth nicht durch die Pro 
ductions-, sondern durch die Reproductionskosten bestimmt 
werde. Mit dem Gewände hat sich allerdings auch der 
ursprüngliche Gedanke ein wenig verändert, indem er zu einer 
ganz subjectiven und auf den Tauschact beschränkten Yorstol- 
lung geworden ist. Diese TJebersetzung ins Kleinliche herrscht 
überhaupt in der Bastiatschen Umarbeitung des älteren Carey- 
schen Werks vor. Für einen Bastiat ist das Markten von 
Person zu Person der Ausgangspunkt aller genetischen Ent 
wicklungen, während Carey von vornherein gründlicher zu 
Werke ging, sich an das isolirt wirthschaftende Subject als an 
das geeignetste Denkschema hielt und erst in zweiter Ordnung 
die Gesetze des Tausches einführte. Von der neusten Gestal 
tung der Theorie, die erst die ganze Objectivität der früheren 
Careyschen Idee sichtbar gemacht hat, und von dem Gedan 
ken, dass der Werth das Maass des Beschaffungswiderstandes 
sei, ist bei Bastiat keine Spur anzutreffen. Seine philosophi- 
rerische Dreiheit von Bedürfniss, Anstrengung und Befriedi 
gung ist sicherlich nicht falsch, aber eben auch nur eine 
unschuldige Probe von seiner Fähigkeit, einfache Vorstellungs 
zerlegungen vorzunehmen, durch welche das allertrivialste 
Wissen zur leicht anzueignenden Schablone gemacht, eine Er 
weiterung des Wissens aber nicht vollzogen wird. Ueberhaupt 
geht die Leistung des Franzosen in der dialektischen Zurich 
tung desjenigen Theils der fremden Gedanken auf, den er ver 
standen hatte oder verstanden zu haben glaubte. 
4. In der Frage der Bodenrente hat Bastiat die Werth 
theorie zur Anwendung gebracht und sich auch hier nach dem 
Werk gerichtet, welches ein Dutzend Jahre früher den Gegen 
stand weit besser behandelt hatte. Die Unentgeltlichkeit der 
Naturgaben als solcher wurde selbstverständlich auch behauptet, 
und die Annahme, dass wir in den Preisen der Erzeugnisse 
nicht den Grund und Boden, sondern nur die Dienste des 
Menschen bezahlten, gegen diejenigen gekehrt, welche nament 
lich auf Grund der Ricardoschen Theorie die Bodenrente als 
Steuer eingezogen oder durch das Staatseigonthum aus der
	        
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