Full text : Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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Sphäre  des  Privatgewinns  ausgemerzt  wissen  wollten.  Eigenthümlich
  ist  Bastiat  die  sehr  unjuristische  Vorstellung,  dass
der  Grundeigenthümer  nur  über  den  Werth,  nicht  aber  über
die  Sache  verfüge,  und  dass  dieses  Eigenthum  am  Werthe
durch  die  Concurrenz  auf  eine  blosse  Yerworthungsposition  der
in  der  Production  der  Erzeugnisse  geleisteten  Dienste  beschränkt ­
  sei.
Der  Verfasser  der  Oekonomischen  Harmonien  hat  die
Stirn  gehabt,  in  seinem  Buch  ausdrücklich  zu  behaupten,  dass
alle  Nationalökonomen  bis  auf  ihn  selbst  in  dem  Grundirrthum
über  Werth  und  Rente  verblieben  wären.  Er  hatte  hiebei
wahrscheinlich  den  Autor  seiner  Quelle  nicht  zu  den  Nationalökonomen ­
  gerechnet,  die  bereits  im  Französischen  Gesichtskreise ­
  lägen.  In  seinem  letzten  Brief  musste  er  gestehen,  was
Carey  für  die  Theorie  der  Bodenrente  gethan  habe.*  Er  erklärte
ausserdem,  es  sei  seine  Absicht  gewesen,  ihm  im  zweiten  Theil
der  Harmonien  die  erste  Rollo  anzuweisen.  In  der  That  hat
Bastiat  ziemlich  deutlich  gewusst,  was  er  that,  und  die  Verblendung ­
  durch  die  Eitelkeit,  so  gross  man  dieselbe  auch  annehmen ­
  möge,  kann  sein  Unterscheidungsvermögen  nicht  gänzlich ­
  verdunkelt  haben.  Allerdings  hatte  er  nicht  Alles  verstanden ­
  und  nicht  mit  Allem,  was  er  vorfand,  etwas  anzufangen
gewusst  j  indessen  musste  er  bei  einiger  Besinnung  mindestens
fühlen,  woher  ihm  plötzlich  hoch  in  den  vierziger  Lebensjahren
die  neuen  Anschauungen  gekommen  waren.  Die  beschränkte
Verliebtheit  in  die  untergeordnete  eigne  Formgebung  kann
Vieles  aber  nicht  Alles  erklären,  und  so  glauben  wir  mit  dem
besten  Gewissen  den  persönlichen  Charakter  zu  dem  endgültig
entscheidenden  Erklärungsgrund  machen  zu  müssen.
Wer  bis  zu  dem  Grade  Sophist  sein  konnte,  um  die  oberflächlichen ­
  „Oekonomischen  Sophismen”  abzufassen,  ohne  je  eine
Regung  davon  zu  verspüren,  dass  auch  die  Gegner  wenigstens
einige  wahre  Logik  für  sich  haben  könnten,  —  wer  so  einseitig
zu  verfahren  vermochte,  während  er  sich  selbst  an  die  ärmlichsten ­
  Wendungen  klammerte,  konnte  keine  Idee  von  jener
tieieren  wissenschaftlichen  Wahrhaftigkeit  und  Redlichkeit
haben,  der  in  der  That  aus  moralischen  und  theoretischen
Gründen  sehr  viel  daran  gelegen  ist,  den  richtigen  Ursprung
der  neuen  Anschauungen  von  grosser  Tragweite  festzustellen
und  jedem  Arbeiter  die  Ehre  seiner  Bemühungen  zu  lassen.
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