Full text : Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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einer  Gestalt,  die  an  Adam  Smith  anknüpfte,  noch  erst  über
die  Welt  zu  verbreiten  gewesen,  und  die  Französische  Sprache
sowie  die  mit  der  Oberflächlichkeit  verbundene  Gewandtheit
hatten  ihre  Hülfsdienste  hiebei  in  gehörigem  Maass  geleistet.
Ein  Gegenstück  hiezu  konnte  nicht  noch  einmal  aufgeführt
werden;  wohl  aber  wurde  es  möglich,  eine  beschränktere,  übrigens
aber  in  vielen  Beziehungen  ähnliche  Rollo  für  die  Malthus-Ricardosche
  Oekonomie  zu  spielen.  Etwas  mehr  Ueberlogung
und  etwas  weniger  Gewandtheit  machten  hiebei  in  der  Hauptsache ­
  keinen  sonderlichen  Unterschied.  Es  kam  eine  Art
Lehrbuch  zu  Stande,  welches  an  Stelle  der  entscheidenden
Beweise  sich  mit  Hinweisungen  auf  sogenannte  Autoritäten
begnügte  und  namentlich  nicht  müde  wurde,  sich  auf  Malthus
zu  berufen.  Die  in  demselben  herrschende  Anschauungsweise
kann  kurz  als  die  des  Epigonenthums  der  Ricardoschen  Oekonomie ­
  bezeichnet  worden  und  hat  demgemäss,  in  Folge  der
bei  einem  solchen  Verhältniss  unausbleiblich  eklektischen
Mischungen,  an  Stelle  der  scharf  markirten  Züge  seines  Vorbildes
meist  nur  verwischte  Umrisse  aufzuweisen.  Man  versuche  es,
sich  ein  Bild  davon  zu  machen,  was  entstehen  müsse,  wenn
Malthussche  Bevölkerungsvorstellungen,  Ricardosche  Oekonomie, ­
  einige  Manchesterreflexe  und  schliesslich  sogar  noch  ein
paar  Ansätze  zu  socialer  Philanthropie  Zusammenkommen  und
ausserdem  noch  mit  allen  übrigen  Satzungen  der  rechtgläubigen
Volkswirthschaftslehre  gereimt  werden  sollen.  Ein  überladenes
Conglomérat  von  vielerlei  Früchten  der  literarischen  Umschau,
weitschichtig  und  schwerfällig  in  der  Darstellung  des  Ganzen
und  des  Einzelnen,  unter  der  Wucht  der  Autorität  fremder  Gedanken ­
  keuchend,  nach  Einschränkungen  und  Verwahrungen
suchend,  um  für  jede  etwa  noch  mögliche  Modification  eine
Hinterthür  offen  zuhalten,  —  das  ist  die  vermeintliche  Denkerarbeit ­
  eines  Autors,  der  von  vornherein  mit  einer  Unmöglichkeitserklärung ­
  neuer  Gedanken  beginnt.  Er  ist  so  fest  von
dem  Monopol  seines  Malthus-Ricardoschen  Schülerthums  überzeugt ­
  und  überträgt  die  eigne  Epigonenhaftigkeit  mit  so  edler
Dreistigkeit  auf  alles  Uebrige  und  noch  Mögliche,  dass  er  in
der  Vorrede  unverholen  erklärt,  es  würde  ein  schlechtes  Anzeichen ­
  sein,  wenn  Jemand  darauf  Anspruch  machte,  in  der
politischen  Oekonomie  noch  neue  Gedanken  haben  zu  wollen.
Der  Liberalismus  der  Mittelmässigkeit  fehlt  natürlich  nicht,
            
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