454
und in der zn breiten Erörterung formalistisch logischer Erapn
bekundet. Der zweite Bostandtheil der Macleodschen Schoastik
ist etwas moderner, indem sonderbarerweise auch noch
Baconische Schemata nicht ohne Geschick, aber doch ohne
sachlichen Erfolg herbeigezogen werden, um über Gestalt und
Gültigkeit volkswirthscliaftlicher Naturgesetze zu entscheiden.
Als drittes, wieder um einen Grad moderneres Element tritt
der Gebrauch naturwissenschaftlicher Analogien und der Anspruch
hinzu, die mathematischen Vorstcllungsartcn für das
ökonomische Denken zu verwerthon. Obwohl in letzterer Ilin-'
nicht der bekannte übel angebrachte Gebrauch von anaytischen
Formeln zu constatiren ist, so kann man dennoch nicht
umhin, die fraglichen Wendungen für diejenige Art der Schoastik
zu erklären, in welcher die Vorstellungsarten des mathematischen
Gebiets ähnlich gehandhabt werden, wie die
Aristotelische Logik von den Scholastikern des Mittelalters.
Grade um seiner Vorzüge willen bildet hier Maclcod das typische
Beispiel für eine ganze Richtung von Abirrungen des
volkswirtlischaftlichen Raisonnements. Obwohl nämlich den
Statistikern der falsche Gebrauch der Mathematik meist näher
gelegen hat, wie besonders das Beispiel eines Quetelet zeigt,
so ist doch auch die eigentliche Nationalökonomie nicht von
den auf dem Boden der mathematischen Analysis erwachsenen
Neigungen zu einem fehlgreifenden scholastischen Gebrauch
verschont geblieben. Indessen sind es der Regel nach nur '
Persönlichkeiten unter dem Niveau der Geschichte gewesen,
deren Musse und Unfähigkeit zur Bethätigung wirklich mathematischer
Leistungen sie angereizt hat, mit ihren überflüssigen
Kenntnissen des Calcüls die Volkswirthschaftslehre heimzusuchen.
In den letzten Jahrzehnten sind derartige Erscheinungen
häuflger geworden, und es ist daher ein günstiger Umstand,
dass wir in Macleods viel höher gearteter Scholastik auch
die ganz subalternen und weit mehr fehlgreifenden Spielereien
mitzubeurtheilen vermögen. Sein negatives und positives Eigenthum
soll uns daher nicht im Mindesten kümmern, und seine
bisweilen an mathematischen Mysticismus streifenden Vorstellungsarten,
die auf Analogien der rationellen Naturphilosophm
im Sinne Newtons beruhen wollen, können ebenfalls zur
Seite gelassen werden. Dagegen ist daran zu erinnern, dass
die Einführung der Vorstellungen vom Positiven und Nega-