Full text: Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

473 
ie klarer man sich über die von Natur bestehenden Funda- 
mento des ganzen Baues orientirt. Was unsem Autor selbst 
anbetrifFt, so ging er schon früh davon aus, das laisser aller 21^ 
ein laisser mourir zu betrachten und in dem Recht auf Arbeit 
imr ehio vorlüuflge sebir bescheichmo ITormulirung iniel imputer 
tragender Berechtigungen zu sehen. Um die nationalokono- 
mische Scholastik kümmerte er sich wenig und berücksichtigte 
dieselbe höchstens summarisch. Hiedurch entging er vielmei 
Erörterungen, welche praktisch gleichgültig sind; aber er über 
sah auch mit der verschulten Oekonomie manches bedeutsame 
Princip. Seine Orientirung in der rein volkswirthschaftlichen 
Theorie ist niemals erheblich gewesen, und hieraus erklären 
sich die unhaltbaren Wendungen in der Organisation der Arbeit 
Soweit die allgemeine historische Betrachtung der Staats- und 
Privatfinanzen sowie des Geschäftsganges und der Classen- 
bostrebungon ausreichte, hat unser Autor meist die bessern An- 
schauungen getrogen. Seine Vorstellung von der Rolle Eng- 
lands und überhaupt von dem Verhältniss des Handels oder 
der Zwischenpersonen zu der eigentlichen Production war in 
der Tendenz keineswegs verfehlt. Er begriff die eherne Logik 
der eifersüchtigen Ooncurrenz in den verschiedensten Gestal 
tungen; er sah ein, wie das Handwerkerthum und die kleinere 
Unternehmerschaft durch die grossen Dimensionen der modernen 
Industrie aufgezehrt werden müsse. Er kennzeichnete die un 
geordnete Ooncurrenz nicht nur als eine Unterdrückung es 
Arbeiterthums, sondern auch als einen Krieg, in welcheni sic 
die Bourgeoisie selbst schädige und aufreibe. Er sah die Bour 
geoisie als eine Gestaltung an, die das Vorgefühl ihrer nahen 
Zersetzung durch Hervorkehrung ihres trügerischen Glanzes 
betäuben wolle. Sie selbst sei unbefriedigt und verfalle unter 
der Concurrenzanarchio dem glänzenden Elend einer blossen 
Lottoexistenz, mit Ueborsättigung auf der einen und jähem 
Fall auf der andern Seite. Das Princip der anarchischen Oon 
currenz, welches nur den Kriegszustand der Industrie und die 
Unterdrückung des Schwächeren durch den Stärkeren mit sich 
bringe, sei die Wurzel all jenes Uebels. 
Auf Grund dieser theoretischen Anschauungen, die zwar 
schon bei früheren Socialisten in Ansätzen vorhanden waren, 
ja auch in der gesummten Ideenströmung ihre analoge Vertre 
tung hatten, aber dennoch niemals in dieser Zuspitzung zur
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.