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liaupt mit seinen Schriften nach Seiten adressirte, von wo er
gerichtlichen Verfolgungen ausgesetzt gewesen war. Auch das
eben angeführte Werk trug ihm eine Verurtheilung ein, deren
Folgen er sich durch die Uehersiedlung nach Belgien entzog.
Seine Beziehungen zu dem herrschenden Regime sind so unentwirrbar
als seine theoretischen Ansichten. Man kann ihm
nicht den Vorwurf machen, seine Selbständigkeit verleugnet
zu haben; allein sonderliche Würde ist in der Art, wie ersieh
dem Bonapartismus gegenüber in seinen späteren Schriften
ausdrückte, auch nicht anzutreifen. Wie er Opposition gegen
Alles machte, so war er auch im Stande, sich mit Allem ein
wenig einzulassen. Die höhere Einheit der Gegensätze oder
vielmehr Widersprüche erstreckte sich hei Proudhon auch auf
die politischen Sympathien. Schliesslich kam er durch seinen
wunderlichen Föderalismus und seine seltsam verworrenen Ansichten
gegen die Nationalitätspolitik sogar mit derjenigen
demokratischen Idccnströmung in Conflict, der er sonst noch
am nächsten gestanden hatte.
7. Wer sich für Proudhon^Födcralismus interessirt, muss
sich überwinden, in die Schrift „Du principe fédératif” (18G3)
einige Blicke zu thun. Er wird alsdann finden, dass auch hier
der Verfasser nicht weiss, was er will, indem zwar der Einheitsstaat
mit einigen Dutzend politischen Particularexistenzen
vertauscht, dennoch aber die gemeinsamen Angelegenheiten
einheitlich besorgt werden sollen, ohne dass mit irgend welcher
Genauigkeit angegeben wäre, wo die Grenze zu ziehen sei. Die
Confusion der gemischten Ideen, durch welche das Widersprechende
möglich werden soll, muss auch hier die eigentliche
Rechenschaft ersetzen. Sieht man aber von dieser Verworrenheit
ab, so bleibt nur ein auszufüllendcs Blankett, d. h. ein
unbeantwortetes Problem übrig, welches auf die bekannte Frage
der Vertheilung der localen und der centralen Gewalt hinausläuft.
Unmittelbarer als die Proudhonsche Art von Föderalismus
geht uns seine Verwerfung des literarischen Autorrechts
an, welches er in der Schrift „Les majorats littéraires” (18G2)
bekämpfte. Erinnern wir uns der Ansichten Louis Blancs über
denselben Gegenstand, so treffen wir auf eine gewisse Uebereinstimmung.
Die aus der Käuflichkeit der schriftstellerischen
Arbeit folgende Corruption wird als Hauptgrund geltend gemacht;
aber es kommt bei Proudhon keineswegs zu einem vor-