Full text : Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

über  die  Gerechtigkeit  in  der  Revolution,  die  er  den  autoritären ­
  Rochtsideen  entgegensetzt,  immerhin  einiges  Verdienst
haben.  Das  Bestreben  ist  anzuerkennen,  und  die  Ausführung
ist  nicht  mehr  so  iingoniessbar  mit  der  Hegelmanier  und  dem
Ilegeljargon  versetzt,  als  dies  in  den  Deutschen  Schriften  der
Fall  ist,  mit  denen  wir  uns  im  nächsten  Capitel  zu  beschäftigen
haben  werden.  Proudhon  hat  sich  bemüht,  für  ein  grösseres
Publicum  zu  schreiben,  und  wenn  er  auch  nur  die  Vorstellungen ­
  in  dieser  oder  jener  Richtung  aufrührte  und  aufrüttelte
und  selbst  nie  zu  klaren  Anschauungen  gelangte,  so  gehörte
eine  solche  Rolle  eben  auch  als  Zubehör  zu  den  tiefer  bewegenden ­
  Kräften  der  Epoche.  Die  Rückwirkung  dieser  Thätigkeitsart
  auf  den  Gang  der  Ideen  ist  zwar  nicht  hoch  anzuschlagen;
aber  sie  ist  auch  nicht  ganz  und  gar  über  der  mächtigeren  Ursache
zu  vergessen,  die  der  literarischen  und  persönlichen  Wirksamkeit ­
  die  Möglichkeit  des  Daseins  verschaffte.  Proudhons  Einlluss
  ist  den  Bewegungen  zu  vergleichen,  wie  sie  durch  eine
gelegentliche  Welle  veranlasst  werden,  deren  Ursache  in  der
Luftströmung  zu  suchen  ist.  Es  war  nicht  der  abgemessene
Curs  eines  von  Innen  gelenkten  Fahrzeugs,  sondern  das  Wellenspicl
  mit  seinen  bunten  Kreuzungen,  was  in  einem  Proudhon
die  Gedanken  bestimmte.  Wer  daher  bei  ihm  nichts  weiter
sucht,  als  das  Gegenbild  von  noch  tastenden  Antrieben  und
ungeklärten  Ideen  der  Epoche,  wird  sich  nicht  enttäuscht  finden.
Wer  die  letzte  Gestaltung  des  Proudhonschen  Gedankenkreises ­
  in  allen  seinen  verschiedenartigen  Elementen  und  namentlich ­
  auch  in  Beziehung  auf  die  Politik  kennen  lernen  will,
muss  das  erwähnte  letzte  Buch  zur  Hand  nehmen,  welches  von
der  politischen  Befähigung  der  arbeitenden  Classen  handelt  und
so  ein  System  des  Mutualismus  nach  allen  Richtungen  hin
entwirft.  Hier  treten  die  launenhaft  willkürlichen,  ja  abenteuerlich ­
  wüsten  Periodisirungen  und  Constructionen  der  ökonomischen ­
  Entwicklungsgeschichte  nicht  mehr  wie  in  dem
„System  der  ökonomischen  Widersprüche”  in  den  Vordergrund
Es  macht  sich  zwar  noch  ein  Stück  Antagonistik  geltend,  aber
das  Princip  der  Mutualität,  d.  h.  der  die  politischen  und  ökonomischen ­
  Verhältnisse  beherrschenden  gleichmässigen  Gegenseitigkeit, ­
  soll  in  seiner  freilich  unklaren  Fassung  die  vermeintlichen ­
  Gegensätze  ausgleichen  und  das  sonst  Unmögliche  möglich ­
  machen.  Auch  die  alten  Creditphantasmen  von  1848  mit
            
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