Full text: Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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dio Zukunft aus dem Schoosse der Vergangenheit entbunden 
wird. Die Aufhebung des individuellen Eigenthums, die sich 
in der angedeuteten Weise seit dem 16. Jahrhundert vollzogen 
hat, ist die erste Verneinung. Ihr wird eine zweite folgen, die 
sich als Verneinung der Verneinung und mithin als Wieder 
herstellung des „individuellen Eigenthums”, aber in einer höhern, 
auf Gemeinbesitz des Bodens und der Arbeitsmittel gegrün 
deten Form, charaktorisirt. Wenn dieses neue „individuelle 
Eigenthum” hei Herrn Marx auch zugleich „gesellschaftliches 
Eigenthum” genannt worden ist, so zeigt sich ja hierin die 
Hegelscho höhere Einheit, in welcher der Widerspruch aufge 
hoben, nämlich der Wortspielerei gemäss sowohl überwunden 
als aufbewahrt sein soll. Die Hervorbringung dieser höhern 
Einheit soll eine unvergleichlich kürzere Zeit in Anspruch 
nehmen, als die Jahrhunderte lang durchgeführte Loslösung 
des Arbeiters vom Besitz. Da sich nämlich der Boden und 
die Arbeitsmittel schliesslich in wenigen Händen vereinigt 
finden, so wird die Expropriation der so entstandenen Besitz 
oligarchie durch die Volksmasse ein rascher Act sein können, 
während die Expropriation der Volksmasse schwieriger war, 
allmälig platzgreifen und sich durch die Jahrhunderte hindurch 
schleppen musste. Die Enteignung der Enteigner ist hienach 
das gleichsam automatische Ergehniss der Entwicklung der ge 
schichtlichen Wirklichkeit in ihren materiell äusserlichen Ver 
hältnissen. Die Ideen spielen hiebei eine ganz untergeordnete 
Rolle und haben keine weitere Function, als den ohnedies an 
gelegten Hergang zu unterstützen. 
Die unbestimmte Art, in welcher in verschiedenen Bedeu 
tungen von Eigenthum und von Expropriation geredet wird, 
erinnert ein wenig an das einstige, eingestandenermaasscn ver 
nachlässigte Rcchtsstudium des Herrn Marx. Auf den Credit 
Hegelscher Flausen, wie die Negation der Negation eine ist, 
möchte sich schwerlich ein besonnener Mann von der Noth- 
wcndigkcit der Boden- und Oapitalcommunität überzeugen 
lassen. Hätte der Socialismus nicht solidere Gründe, als die 
pessimistische Elendslogik, die ausserdem zur Erläuterung jener 
dürren Schablone dient, so würde es mit seiner Sache schlecht 
bestellt sein. Die Marxistischen Programme ermangeln auch 
in der That jeder bestimmteren ZukunftsVorstellung, die mehr 
enthielte, als die alte, weit über ein Menschenalter zurück-
	        
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