Full text : Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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10.  Ablohnung  mit  dem  geringsten  Unterhaltsmaass  und
Capitalherrschaft  gehörten  nach  Lassalle  zusammen.  Beide  Erscheinungen ­
  sollten  durch  das  Reich  der  Productivassociationen
verschwinden,  und  die  letzteren  sollten  durch  denjenigen  Staatswillcn
  entstehen,  welcher  mit  Hülfe  des  allgemeinen  Wahlrechts
zu  erzeugen  wäre.  So  richtig  nun  auch  der  politische  Weg
überhaupt  ist,  so  wird  man  doch  bei  dem  Vertrauen  auf  die
baldigen  Leistungen  des  allgemeinen  Wahlrechts  lebhaft  an  die
Art  erinnert,  wie  Las  salle  seine  Heirath  mit  Hülfe  des  Bairischen ­
  Ministeriums  und  des  Mainzer  Bischofsamts  zu  forciren
gedacht  hatte.  Heberhaupt  trug  seine  Agitation  einen  sehr
gemischten  Charakter  zur  Schau  und  zeigte,  um  einen  der
Lassalleschen  Redeweise  angemessenen  Ausdruck  zu  gebrauchen,
bei  allem  Radicalismus  noch  genug  philiströse  Eigenschaften.
Sein  Voreinsgebilde,  welches  schon  der  Preussischen  Gesetzgebung ­
  wegen  centralistisch  ausfallen  musste,  theilte  sich  in
^Gemeinden,”  —  ein  Wort,  welches  weniger  politisch  als  vielmehr ­
  thatsächlich  im  Sinne  eines  Fanatismus  zu  nehmen  war,
welcher  diese  sociale  Gruppirung  zu  einer  Art  Religion  machte.
Natürlich  hat  cs  denn  auch  nicht  an  solchen  Anhängern  gefehlt, ­
  die  den  Stifter  des  Vereins  wirklich  als  den  Messias  im
Sinne  einer  neuen  socialen  Religion  betrachteten  und  mit  dem
Urheber  dos  Christenthums  verglichen.  Auch  ist  anzunehmen,
dass  Lassalle,  trotz  seines  zur  Schau  getragenen  Hinwegseins
über  alle  religiösen  Beengtheiten,  dennoch  die  angestammten
Gewohnheiten  und  Neigungen  seiner  Race  nach  dieser  Seite
hin  keineswegs  überwunden  hatte.  Zunächst  hatte  er  die  Lücke,
ähnlich  wie  sein  Stammesgenosse  Herr  Marx,  durch  eine  absurde ­
  philosophirerischo  Superstition  ausgefüllt.  Sein  letztes
Coquettiron  mit  Berufungen  auf  katholische  Beistände  in  der
socialen  Frage  hat  den  Schwächepunkt  seines  Denkens  in
dieser  Richtung  deutlich  genug  verrathen.  Auch  erklärt  die
innere  Haltungslosigkeit  der  Lebens-  und  W^eltanschauung  das
halb  dem  äussern  politischen  Zweck,  halb  dem  innern  angestammten ­
  Hange  entsprechende  Spielen  in  der  angezeigten
Richtung  nur  zu  gut.  Doch  hat  man  sich  nicht  etwa  vorzustellon,
  dass  es  zu  ernstlichen  praktischen  Beziehungen  dieser
Art  gekommen  sei,  oder  auch  nur  hätte  kommen  können.
Etwas  näher  lagen  dagegen  die  Cooperationen  mit  der  Partei
und  den  Regierungselementen,  die  sich  auf  feudale  Ueberliefe-Dahring,
  Geschichte  der  Nationalökonomie.  2.  Auflage.  34
            
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