Full text: Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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werden. Uns kann hier auch ihre Thorheit und Superstition 
genügen; denn nur durch diese Mächte wird die Verschleierung 
der sonst haltungslosen Beziehungen des Gemeinlebens möglich. 
Wenn nun die Gefühls- und Gedankenverworrenheit in solchen 
kleinen selbständigen Secten, die übrigens nichts mit dem 
Eigennutz der grossen wohldotirtcn Kirchen zu schaffen haben, 
unter besseren menschlichen Bedingungen nichts Befriedigendes 
zu leisten vermag, wie sollte die Religion in ihrer vollständigen 
Corruption und in der Untermischung mit der gemeinsten 
Politik etwas social Förderndes bieten können? Eine derartige 
Illusion muss schwinden, indem das Wesen oder vielmehr 
Nichtwesen der Religion immer mehr biosgelegt und dem Volks- 
verständniss nähergebracht wird. 
Mit diesem letzteren Verständniss müssen denn auch die 
älteren liberalistischen oder radicalen Programme religions 
politischer Art als unzureichend in den Hintergrund treten. 
Es ist nicht genug, die Kirche vom Staat und von der Schule ge 
trennt wissen zu wollen; man muss überhaupt die Abschaffung 
aller ihrer politischen Privilegien, namentlich die Beseitigung 
der begünstigten Corporationsform und die Gleichstellung kirch 
licher Vereine mit allen andern politischen oder socialen Ver 
einen zum nächsten Princip machen. Solche Vorstellungen 
von den Nothwendigkeiten des religionspolitischen Verhaltens 
können nun nicht in die Ueberzeugungen eindringen, ohne zu 
gleich alle früheren Stellungnahmen zu verdrängen und die 
gesellschaftlichen Elemente, die sich der modernen Weltan 
schauung und dem Socialismus zugewendet haben, ernsthaft zu 
nöthigen, sich auch praktisch mit bestimmteren Ideen über 
einen"’Schluss der Aera der Religionen und über den dahin 
führenden Stufengang vertraut zu machen. Hiemit sinken aber 
die Mannichfaltigkeiten der alten Parteiungen zu unterge 
ordneten Spielarten eines grossen Gegensatzes herab, der alle 
Interessenten der Superstition auf der einen, die Vertreter der 
Denkfreiheit und ihrer praktischen Gonsequenzen aber auf der 
andern Seite versammelt. Der echte Socialismus ist in ^m 
Rahmen dessen, was bisher Religion geheissen hat, eine Un 
möglichkeit, und hieraus erklären sich die entschiedenen Posi 
tionen der Socialistik, die immer bewusster von dem theoreti 
schen sogenannten Materialismus und dessen praktisch idealer 
Richtung ausgeht. Ebenso erklären sich aber hieraus auch die
	        
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