steigenden Tributleistung habe ich zugleich die Ursachen
unserer gewerblichen Krissis gesehen (S. 657).
Der kleine Hausbesitzer und Rentner möge seine Zin-
sen alsbald verzehren. Eine große Zahl sparender Groß-
kapitalisten verzehre ihre Einkünfte aus Grundbesitz und
Hypotheken nicht. Die Bestimmtheit, mit der die Börse
an jedem Miet- und Hinstermin auf große Anlage
suchende Kapitalien rechne und der Geldüberfluß an
diesen für die Masse des Volkes schweren Tagen rede eine
schlimme Sprache. Der Gewerbestand müsse verkaufen,
um die fällige Miete zu beschaffen, die Empfänger des
Geldes suchten aber für ihre Gelder verzinsliche Anlagen.
Die Störung des Absatzes, die sie damit hervorriefen,
entspreche dem Millionenbesitz ihrer Verleiher. In der
Progresssion des Zinseszinses wachse das Defizit an (S.
658). Daraus folge, daß der Wohnungaufwand die In-
dustrie nicht allein direkt schädige: er hindere obendrein
den natürlichen Absatz ihrer Produkte und drücke künst-
lich auf den Preis der Arbeit, den Lohn der Arbeiter und
den Lohn der Unternehmer (S. 665). Nur der jedem zu-
gängliche freie Staats- und Gemeindeboden werde diese
Schäden beseitigen (S. 669).
Meine Abhandlung ist in den Zeitungen viel be-
sprochen worden und hat elf Jahre später eine Fort-
setzung in meiner Abhandlung: „Wohnung und Einkom-
men“ gefunden, mit der das Jahrbuch der Bodenreform
im Jahr 1905 eröffnet worden ist.
Die Bodenfrage in den Schutzgebieten.
)* der großen Tätigkeit, die der Bund in den vor-
angegangenen Jahren entfaltet hatte, waren nun
Zeiten stiller Arbeit gekommen. Meine Berufpflichten
ließen es nicht mehr zu, in der bisherigen Weise für den
Bund tätig zu sein. Ich war auch während eines großen
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