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telbar nur auf einen kleineren Kreis bezog und leicht die Vorgänge
in einer Provinz zum Maass der Schicksale des ganzen
Landes machte.
11. Die eben angedeutete, sehr natürliche Einseitigkeit,
die eine Folge des provinziellen Standpunkts ist, hat jedoch
bei Boisguillebert nicht blos die Irrthümer, sondern auch die
besten Früchte erzeugt. Seine Ideen über die Wohlthätigkeit
angemessen hoher Gretraidepreise und über die zerstörenden
Wirkungen ihres zu grossen Sinkens sind der Stärke der Eindrücke
zu verdanken, mit welcher sich ihm die Folgen der
Ausfuhrverbote grade in seiner Provinz aufdrängten. Aus dei -
selben Quelle, aus welcher jene sich zu einer Theorie erweiternden
Gedanken flössen, schreibt sich aber auch seine leidenschaftliche
Eingenommenheit gegen den Colbertismus her, den
er in der Hauptsache nicht verstand. Er musste der Gediegenheit
der Person und ihrem unbestechlichen Eifer Gerechtigkeit
widerfahren lassen; aber er wird nicht müde, das Jahr 1660,
d. h. die Einleitung der Colbertschen Verwaltung, als den
Wendepunkt zu allem Unglück des Landes zu bezeichnen.
Freilich hat er nicht blos Colbert, sondern auch das vor
Augen, was dessen Wirksamkeit folgte. Ja überhaupt war das
System des eifrigen Ministers nur insoweit zur Verwirklichung
gelangt, als es sich mit der sonstigen Politik Ludwigs XIV
vereinigen liess und durch die letztere nicht gekreuzt oder beschränkt
wurde. In der zunächst interessirenden îrago hatte
allerdings Boisguillebert eine von Colbert gutgeheissene Maassregel
im Auge, die gegenwärtig sogar von den entschiedensten
Vertheidigern der sonstigen Grundsätze jenes Ministers als
Fehler betrachtet wird. Die Verhinderungen der Getraideausfuhr
sollten die Nothstände mildern, welche sich an die schlechten
Ernten und an den Mangel von Nahrungsmitteln knüpften
und häufig genug in Zwischenräumen von wenigen Jahren
wiederholten. Das Princip, die Nahrungsmittel durch Zurückhaltung
ihrer Ausfuhr billiger zu machen, musste aber zu einem
ganz anders gearteten Nothstand führen, der die Landwirthschaft
und die ländliche Bevölkerung in Folge von Absatzmangel
heimsuchte. In der Charakteristik dieser letzteren Erscheinung
hat nun unser Autor seine Stärke. Hier zeigt er
das Unheil der Stauungen des Verkehrs und das Elend, von
welchem die Ackerbaubevölkerung betroffen wird, wenn die