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Frage, althergebrachtes Unrecht. — Dies alles wollen wir
näher beleuchten.
Ursprünglich ist der Mensch thierisch; human wird er
erst durch Zivilisation. Selbstsucht ist ihm angeboren und
Gewaltäußerung sein erster Trieb; Gefühl für Billigkeit und
freiwillige Anerkennung der Rechte Anderer werden ihm erst
durch hohe Bildung beigebracht. In den früheren Geschichtsperioden
einer Nation herrscht also der Egoismus
allein. Im Kampfe siegt die Stärke und macht die ihr
beliebigen Einrichtungen. Einige Krieger unterwerfen sich
die übrigen in Stumpfsinn verharrenden Landeseinwohner,
nöthigen dieselben für sie zu arbeiten, erklären sich für die
Herren des Bodens, für das herrschende adlige Geschlecht,
und organisiren sich zu einer Körperschaft zur Sicherung
ihres Sieges. Der Anführer dieser Krieger wird zum
Fürsten. Einzelne an Geistesbildung Ueberlegene stiften eine
Kirche und wirken auf den Aberglauben des unwissenden
Haufens, um sich eine große weltliche Habe zu erschleichen.
Die bemittelteren unter den mit Handel und Handwerken
Beschäftigten verbinden sich in den Städten zu Zünften,
theils um ihren Besitz zu vertheidigen, theils um denselben,
durch Ausschließen Anderer von der Theilnahme an ihrem
Gewerbe, durch Monopole, zu mehren. Dies ist, mit kürzesten
Worten, das Wesentliche der Begründungsgcschichte
mittelalterlicher Stände: Fürst, Abel, Priesterschaft, Bürger
und Bauern. Sie giengen aus dem Egoismus und der
Gewalt hervor; und der innere Zusammenhalt der vier
erstgenannten Stände beruhte auf dem Besitz eines Un-4