Full text : John Prince-Smith über den politischen Fortschritt Preußens

62

noch  Willkürliches;  sondern  cs  ist  die  natürliche  und  nothwendige ­
  Frucht  jener,  durch  die  Gesetzgebung  von  1808
bis  1815  gelegten  Keime,  entwickelt  unb  gezeitigt  durch  ein
Vierteljahrhundert  des  äußeren  Friedens,  der  innern  Ruhe,
des  zunehmenden  Wohlstands,  der  geistigen  Pflege,  der  humanen ­
  Verwaltung.  Eine  solche  Erziehung,  von  einer  so
vollständigen  Anerkennung  des  Rechts  der  Einzelnen  ausgehend, ­
  als  wie  sie  die  Gesetze  jener  gedachten  Periode
aussprachen,  mußte  ein  denkendes  Volk  von  gemäßigtem
Temperamente  zur  Selbstständigkeit  heranbilden.  Jene  Intelligenz, ­
  welche  Preußens  Stärke  und  Preußens  Stolz,
das  Wesen  des  neuern  Preußenthums,  ausmacht,  fordert
jetzt  die  Anerkennung  ihres  Schaffens,  die  Vollendung  ihres
Werks.  Es  ist  eine  an  Grausamkeit  streifende  Ungerechtigkeit, ­
  wenn  man  diese  Forderung  einen  Mangel  an  Pietät
gegen  den  Monarchen,  an  Dankbarkeit  gegen  das  Bestehende, ­
  an  Liebe  gegen  das  Vaterland  schilt.  Sie  ist,  im
Gegentheil,  eben  so  loyal  und  patriotisch,  als  sie  besonnen
und  ernst  sich  zeigt.  Sie  geht  aus  der  weltgeschichtlichen
Erkenntniß  hervor,  daß  es  Preußens  Beruf  sei,  sittlich  und
geistig  schon  durchgebildet,  jene  staatliche  Entwickelung  in
ruhigem  Bewußtsein  seines  Thuns  und  mit  ungestörter  Ruhe,
anstatt,  wie  andere  Nationen,  nur  im  blinden  Kampfe,
zu  verwirklichen,  —  seine  Zukunft  auf  einer  breiten  und
sicheren  Basis  freier  Kraft,  durchdrungenen  Nechtsgcfühls
und  allgemeiner  Aufklärung  zu  begründen;  und  sie  erhebt
sich  jetzt,  diese  Forderung,  mit  dringender  Stimme, ­
  weil  die  Zeit  gekommen  ist,  Schritte  zu  thun,
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.