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zu sehr empfinden muß, um sich irgend einen Ruhm davon
zu versprechen. Außerdem aber hält die Censur die Anhänger
der Regierung aus Prinzip davon ab, sich der
Presse zu bedienen, und nöthigt diese, sich von der Opposition
allein zu ernähren; denn die Censur stellt die öffentliche
politische Diskussion als etwas Rechtloses, sogar Polizeiwidriges
hin ; sie will das Ansehen der Regierung auf etwas
Anderem als auf der Macht der öffentlichen Ueberzeugung
gegründet wissen; sie überhebt die Regierungsorgane der
Pflicht, sich die öffentliche Ueberzeugung zu gewinnen;
und so lange sie dies thut, versteht es sich von selbst,
daß die Bureaukratie es viel bequemer finden wird, sich
auf eine Censurpolizei für die Geltendmachung der eigenen
und Beseitigung anderer Ansichten zu verlassen, als mit
Geist und Herz einen freien Sieg zu erstreiten. Die anbefohlenen
amtlichen Berichtigungen zeigen, durch Gereiztheit
des Tones, verschnörkelte Sprache, und überhaupt eben so
absichtliche als anstößige Ueberhebung, wie hartnäckig die
Beamten sich einer Anerkennung der öffentlichen Meinung
widersetzen, wie unfähig sie sein werden, dieselbe zu gewinnen,
so lange die Censur fortbesteht. Wir fragen: ist die
Presse jetzt eine Macht oder nicht; bedarf die Regierung
einer Stütze in der öffentlichen Ueberzeugung oder nicht?
Wenn mit Ja geantwortet wird, so giebt es kein anderes
Mittel, als die Preßfreiheit, um der Regierung einen Antheil
an dieser Macht zu verschaffen und die öffentliche
Ueberzeugung für sie zu gewinnen. Unter Preßfreiheit
stellt sich sogleich ein Gleichgewicht der Meinungsäußerung