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RUSSLAND — Handel (Strassenmangel).
guten, sondern es fehlt überhaupt an brauchbaren Strassen. In Folge
dessen herrscht so ziemlich jedes Jahr in einer Anzahl Provinzen
Theuerung, selbst Hungersnoth, indess sich die andern in einem Zustande
von Ueberfluss befinden, aus dem sie keinen Nutzen zu ziehen
veimögen. ^ Das Schwanken in den Getreidepreisen hat eine Ausdehnung
wie im Mittelalter. Der russ. Domänenminister sprach sich 1847
w einer Denkschrift (abgedruckt bei Reden) bezeichnend darüber aus.
ährend 1845 im Pskow’schen Gouvernement der Tschetwert Roggen
IS 10 Rubel stieg, galt er 85 Meil. entfernt noch nicht 1 Yg. In einem
und demselben Gouvernement steigt und fallt der Preis nach Maassgabe
guter oder schlechter Erndten um das Sechs- und Zehnfache. So
wechselte derselbe in Stawropol zwischen 1 Ruh. 57 Kop. und 17 Ruh.
¿8 Kop. ! — Den eigenen Getreidebedarf Russlands berechnet der
Minister zu 30 Mill. Tschetwert (60 Mill, Hectoliter), die Ausfuhr,
nach lOjährigem Durchschnitte, zu 2Vg Millionen. Diese Ausfuhr
kommt nur den Seeprovinzen zu statten, und während die Preise hier
zuweilen bedeutend steigen, bleiben sie im Innern auf dem tiefsten
Stande. Wäre doch ein ganzes Jahr Zeit nöthig, um den dortigen
Ueberfluss nur nach den Seehäfen zu bringen! Die nördlichen Ströme
gefrieren zu frühe zu, als dass sie dem Verkehre wesentlich dienen
könnten; die gewaltige Wolga geht blos nach einem Binnensee; der
Dnjepr und andere Ströme sind wegen Stromschnellen oder versandeter
Mündung wenig schiffbar; ganze Gouvernements (Kursk, Charkow etc.)
entbehren jedes schiffbaren Gewässers. Der Minister klagt : Die Donaufürstenthümer
führen gegen 900,000 Tsch. Getreide aus; Aegypten
1V2 Mill. ; selbst die Türkei beginnt Fruchtexportation ; mit der gefährlichsten
Concurrenz bedroht uns aber Nordamerika. In gewöhnlichen
Jahren betragen Fracht und Assekuranz nach London, pr. Quarter;
aus den baltischen Häfen 5— 7 Shill.
- Odessa . . . 10—12
- Nordamerika . 7— 8
so dass die geringere Enfernung fast keinen Vorzug mehr gewährt. —
Der Werth des ausgeführten Getreides ward so berechnet (in S.-Rub.) :
1845: 16’572,751 1850: 19’207,188
1846: 28’929,916 1851: 20’962,954
1847: 71’279,552 1852: 34/244,559
1848: 21’965,645
Die Viehzucht scheint entschieden in Abnahme; so auch die
Talgausfuhr.
Âllgein6Íner Handel. Im Jahre 1852 — dem letzten des allgemeinen
Friedens — betrug der Werth der Ein- und Ausfuhr in S.-Rub. :
I. Europäischer Handel.
Länder
Norwegen und Schweden
Preussen
Dänemark .
Hansestädte
Holland
Belgien
Einfuhr
P514,951
13723,314
354,927
5’292,969
3’080,435
591,006
Ausfuhr
2’321,379
10’376,129
1’332,817
1'960,272
5772,368
2’342,369