Full text : Handbuch der vergleichenden Statistik der Völkerzustands- und Staatenkunde

Militärwesen

(Seemacht).

Das  gesammte  active  Heer  ist  übrigens  in  4  Armeen,  und  diese
sind  in  13  Anneecorps  getheilt.
R6S6rV6.  Die  seit  1852  an  der  Stelle  der  früheren  Landwehr
eingeführte  Reserve  mag  100—120,000  M.  umfassen,  wird  jedoch  meist
nur  in  kleinen  Abtheilungen  zusammengezogen.  Die  Nationalgarden
sind  seit  1851  gänzlich  aufgelöst.  Nur  „mit  besonderer  Bewilligung“
dürfen  an  einzelnen  Orten  Bürger-  und  Schützencorps  bestehen.  Dieselben ­
  besitzen  indess  sämmtlich  gar  keine  militärische  Bedeutung.
In  Tirol  allein  findet  man  noch  „Landesschützen,“  welche  nach  neuester ­
  Organisation  in  3  Zuzügen  (von  20—29,  von  30—35  und  von
36  45  Jahren)  alle  Wehrkräftigen  umfassen,  und  deren  beiden  ersten
Abtheilungen  sich  jährlich  aut  einige  Tage  zu  Uebung  und  Musterung
versammeln  sollen.

Fcstun^CD.  Oesterreich  zählt  32  (darunter  6  ersten  Ranges),  näml.  :
,  ,,  Kufsteim  Brixen,  Josephstadt,  Königgrätz,  Prag,  Theresienstadt, ­
  Olmutz,  Leopold^adt,  Gradisca,  Komorn,  Arrat,  Ganove,  Krakau,  Munkacz,
  Oien,  Temeswar,  Brod,  Eszek,  Peterwardein,  Karlsstadt,  Karlsburg,  Cattaro
Kagusa,  Zara,  Mantua,  Verona,  Legnago,  Peschiera,  Venedig,  Cliioggia,  Palmanova ­
  und  Osopo.  Ferner  hat  Oesterreich  das  Besatzungsrecht  in  Ferrara  und
Commacchio,  und  das  Mitbesatzungsrecht  in  Mainz,  Ulm  und  Rastatt.
Geschichtliche  Notizen.  Die  ältern  Nachrichten  über  die  Stärke
des  österr.  Heeres  sind  meistens  sehr  ungenau.  Eine  vor  uns  liegende
Berechnung  von  1783  ergibt  276,000,  eine  von  1784  dagegen  364,000
Mann.  Beide  nehmen  die  Cavallcrie  zu  48—50,000,  die  Artillerie  zu
8—9000  M.  an;  der  Unterschied  trifft  sonach  auf  die  Infanterie.
Damals  hatte  der  Staat:  57  Reg.  Linien-Infanterie  (46  deutsche  etc.
und  11  ungarische),  33  Reg.  Cavallerie  (12  schwere  Reg.,  7  Dragoner, ­
  6  Chevauxlegers  und  8  Husaren);  dann  22  Reg.  Grenztruppen
(17  Infanterie  und  5  Husaren),  3  Reg.  Artillerie  und  11  Corps  Ingenieure, ­
  Pontoniers  etc.,  zusammen  126  Regim.  und  Corps.  —  Im
Feldzuge  von  1805  betrug  die  wirkliche  mobilisirte  Macht  keine
220,000,  selbst  1809  keine  280,000  M.  (auf  dem  Papiere  das  erste
Mal  etwa  250,000,  das  zweite  Mal  320,000  ;  Springer  entziffert  sogar
für  1809  einen  Bestand  von  630,000,  der  aber  auch  nicht  annähernd  im
Felde  erschien.  Die  active  Hauptarmee  der  Oesterreicher  wie  der
Franzosen  war  ziemlich  gleich  stark,  nämlich  etwa  200,000  M.)  In
den  3  Jahren  1813—15  wurden  489,960  Recruten  für  das  stehende
Heer  „gehoben.“  —  In  dieser  Zeit  hatte  man  etwa  250  bis  allerhöchstens
  300,000  M.  im  Felde.  —  Der  Feldzug  von  1821  gegen
Neapel  und  Sardinien  war  militärisch  unbedeutend.  —  1848  standen
fast  100,000  M.  in  Italien  ;  durch  die  Insurrection  schmolzen  sic  rasch
auf  45,000  M.  im  activen  Dienste  zusammen.  Schnell  ward  die  Armee
ergänzt,  und  nun  begannen  die  siegreichen  Feldzüge  Radetzky’s  gegen
den  König  Karl  Albert  (siehe  Sardinien).

Seemacht.
Nach  dem  Annuario  marittimo  für  1855  war  der  Bestand:

6  Fregatten
5  Corvetten
7  Briggs

mit  225  Kanonen
-  100
-  112

5  Goeletten  mit
2  Prame
1  Bombardierschiff  -

60  Kanonen
24
10
            
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