OESTERREICH — Sociale, Gewerbe- und Handelsverhältnisse. 105
34 Pinchen mit 102 Kanonen 10 Dampfer mit 47 Kanonen
18 Kanonenboote - 72 - 9 Trabakel -
6 Sohoonerbrigg. . 20 - mgZhm mit 762 Kanonen.
Zahl der Mannschaß : Stab 256, Matrosen 2454, See-Geniecorps 514, Ar
tillerie 990, Schiffsinfanterie 1334.
Kriegshäfen: Venedig, Pola und Lissa.
Bemerkung. ^ Die längere Zeit sehr gerühmte österreichische Kriegsmarine
entbehrt in Wirklichkeit jeder hohem Bedeutung. Man misstraut den Venetia-
nern, also den besten Seeleuten im Staate; der höhere Adel sucht sich der be
deutendem Stellen zu bemächtigen (so dass fähige Bürgerliche den Dienst unter
Ihnen und für sie zu versehen hätten), und die Marine ist sogar unter den Be-
tehl eines Landgcncrals (Wimpffen) gestellt. Es kommen mitunter beinahe un
glaubliche Züge von Unkenntniss vor. (Auszug aus einer grösseren Privatmitthei
lung eines ausgezeichneten jungen deutschen Seemannes an den Verfasser.)
Sociale, Gewerbs- und Haiidelsverimitiiisse.
. Allgemeine Bemerkungen. Adel und katholische Geistlichkeit
Bind überaus zahlreich und ungemein bevorzugt. Man behauptet sogar,
es gehörten gegen 800,000 Individuen (also etwa 160,000 Familien)
üem Adelsstände an (verhältnissmässig am meisten in Ungarn); doch
von Erlau, Kolotscha und Olmütz, und des Primas v. Ungarn, Erzbischofs
von Gran, belaufen sich sogar auf 150,000 bis 500,000 fl. Das reine
Einkommen des römisch-katholischen Clerus blos in der nichtungari
schen Landeshälfte wird zu mehr als 13 Milk angegeben. Dessen
ungeachtet fordert die Geistlichkeit (Mitte 1856) für die unter Joseph
dem II, eingezogenen Kirchengüter eine Entschädigung von der ver
armten Staatscasse (wobei es gleichgültig ist, ob dieselbe in Schuld
scheinen von 200 Mill, oder in jährlichen Leistungen stattfinden soll)
"U Die Schulen sind ganz in den Händen der Geistlichkeit, selbst
die Mehrzahl der Gymnasien steht unter Mönchen. (Im Jahre 1842
besuchten von 2’575,000 schulpflichtigen Kindern in den nicht un
garischen Ländern blos 1’560,000 die Schulen.) Bezeichnend ist das
Streben, die Bildung der Angehörigen der verschiedenen Stände auf
dasjenige zu beschränken, was man für sie passend erachtet.
Neben Adel und Geistlichkeit erscheint das Beamtenthim als beson
derer Stand. Die niederu Angestellten sind, besonders in einzelnen
Zweigen, sehr gering besoldet, was seine schlimmen Rückwirkungen
Staatskasse selbst)
eh,ea“° "»'«"«chlsebe Staat umfasst, besitseu
fast in ““‘"■■'“'»en Eeichthum. Allein derselbe ist
Beziehung erschlossen, wie es schon nach den vielfachen