Full text : Handbuch der vergleichenden Statistik der Völkerzustands- und Staatenkunde

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GROSSBRITANIEN  —  Militar  (Landmacht).  15
Aus  dem  Gianzen  ergibt  sieb  ;  fortwährende  geringe  Schuldverminderung ­
  im  Frieden,  und  enorme  Vermehrung  in  allen  ungewöhnlichen ­
  Zeiten.  —  Ehrenvoll  ist  noch  zu  gedenken  der  20  Mill.  Pf.
für  Loskaufung  der  Negersklaven  im  Jahre  1833.

MilitHrwcseii»
Landmacht.
Formation.  Das  englische  Heer  wird  nicht  vesmittelst  Conscription ­
  ,  sondern  vermittelst  Werbung  17  —  25  jähriger  Mannschaft
gebildet.  Die  Capitulationszeit  ist  bei  der  Infanterie  7  oder  10,  bei
der  Cavallerie  und  Artillerie  12  Jahre.  Das  Handgeld  wechselt,  je
nach  dem  Mannschaftsbedarfe.  Immerhin  ist  aber  der  englische  Soldat
der  bestbezahlte  und  in  der  Kegel  der  bestgenährte  in  Europa.  Dessen
ungeachtet  wird  der  Dienst  in  der  Landmacht  weit  geringer  geachtet,
als  der  in  der  Marine.  Die  0fficiersstellen,  vom  Obristlieutenant
abwärts,  sind  käuflich,  und  selbst  die  traurigen  Resultate  des  ersten
Krimfeldzugs  konnten  eine  Abänderung  hierin  nicht  erwirken.  Nichtkäuflich ­
  sind  die  Stellen  im  Feldzeugamte  (d.  h.  in  der  Artillerie  und  im
Hcnie)  und  die  durch  Tod  oder  Versetzung  vacant  gewordenen.  (Preis
einer  Obristlieut.-Stelle  bei  der  Garde  zu  Fuss  7250  Pf.,  bei  der  Linieninf.
  4500,  der  Stelle  eines  Cornets  bei  der  Garde  12GO,  eines  Fähnrichs
bei  der  Lin.-Inf.  450  Pf.  Der  Gesammtwerth  aller  verkauften  Officierspatente
  wird  zu  8’0G8,535  Pf.  angegeben.)  Die  Soldaten  unterliegen
den  härtesten  körperlichen  Strafen  (mit  „der  9schwänzigen  Katze“)  und
das  Avancement  war  ihnen  bis  zum  letzten  Feldzuge  unbedingt  abgeschnitten ­
  und  ist  ihnen  auch  jetzt  nur  ausnahmsweise  ermöglicht.  Die
Mannschaft  erprobte  sich  stets  als  ausgezeichnet  brav  und  unerschütterlich ­
  im  Kampfe,  ist  indess  schwer  beweglich;  das  Ofliciercorps
aber  umfasst  viele  gering  befähigte  Adelige  etc.  —  Die  ganze  Existenz
des  stehenden  Heeres  hängt  übrigens  von  den  alljährlichen  Beschlüssen ­
  des  Parlaments  ab;  nur  immer  auf  1  Jahr  erfolgt  die  Genehmigung ­
  der  sog.  Mutiny-Bill.
Bestand.  Die  gewöhnliche  Formation  (Friedenszeit)  ist  folgende, ­
  wobei  wir  die  Mannschaftszahl  nach  den  Etats  von  1853  angeben, ­
  also  vor  dem  russischen  Kriege  :
Infanterie.
.3  Regim.  Orenadiergardo  (Grenadier-Guards,  Coldstream,  Scots  Mann
Fusileers)
99  ♦  Linien-Infanteric  -
S  cliarfschützen-(Rifle-)  Bri  gade
3  Í  Westindier  (West-India-Regim.)
105  Regim.  und  1  Scharfschützen-Brigade  =  .
(Die  meisten  Linienregimenter  haben  nur  1
und  800—950  Soldaten.)
Cavallerie.
2  Reg.  Leibgarde  (Life-Guards)  I
1  #  Reitergarde  (die  „Blauen“)  (

5,260
100,043
1,971
3,416
110,690
Bataillon,  wenige  2,

Mann
1,308
            
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