Full text: Handbuch der vergleichenden Statistik der Völkerzustands- und Staatenkunde

GROSSBRITANIEN — Finanzen (Schuld). 
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weiter verbundenen Annuitäten, dies 1855; sodann im Febr. 1856 um 
ein weiteres 3proz. Anlehen von 5 Mill. Sodann wandelte man 1856 
für 3 Mill. Exchequer-bills in fundirte Schuld um und emittirte weiter 
für 5 Mill. 3proz. Consols (im Course von 93). Sonach vermehrte 
der letzte Krieg die consolidirte Schuld (ungerechnet die damit ver 
bundenen Leibrenten) um mindestens 29 Mill. Allein auch die schwe 
bende Schuld ward um 11’440,000 Pf. vergrössert. Zusammen eine 
Vermehrung, welche mindestens 40V2 Mill, beträgt. — Darnach wäre 
der Gesammtschuldenstand Grossbritaniens jetzt etwa : 
Fundirte Schuld . . 793'/, Mill. Pf. 
Schwebende » . . 40'/4 » » 
Zusammen 834 Mill. Pf. 
Geschichte der engl. Staatsschuld. „Nicht unsere Revolution 
hat die Staatsschuld begründet; deren Anfang ist vielmehr von un 
vordenklichem Alter ; was die Revolution einführte, ist der Gebrauch, 
die Schuld ehrlich zu bezahlen.“ (Macaulay.) 
Zur Zeit der letzten engl. Revolution, 1689, belief sich die Staats 
schuld nur auf 664,263 Pf. Kapital, mit einer jährlichen Zinssumme 
von 39,855 Pf. Unter Wilhelm dem III. wurde dieselbe um 15,730,439 
Pf. vermehrt. Er errichtete 1694 die Bank, wesentlich in der Absicht, 
leichter Schulden machen zu können. Diese Bank streckte der Regierung 
1’200,000 Pf. vor gegen Sprozentige Verzinsung und eine jährliche 
Belohnung von 4000 Pf. 1709 lieh sie dem Staate abermals 400,000 etc. 
— Königin Anna fand bei ihrem Regierungsantritte eine Schuld von 
16’394,792 Pf., die sie in dem kurzen Zeiträume von 12 Jahren um 
37’750,661 Pf. vermehrte. Die Zinslast war 3’300,000. (Der span. 
Erbfolgekrieg kostete England 69 Mill.) Unter Georg I. erfolgte die 
Abtragung von 2’053,125, so dass Georg II. 1727 eine Schuld von 
52’092,238 Pf. traf. Es fanden mancherlei Manipulationen statt. Man 
lieh nicht blos mehr von der Bank, sondern auch von andern Gesell 
schaften, z. B. IIV4 Mill, von der Südseekompagnie (eine Schuld, 
welche theilweise heute noch besteht). 1746 erfolgte Herabsetzung 
des Zinsfusses auf 3 Proz. ; 1751 Vereinigung der zerstreuten Posten 
in eine Schuldenmasse (Consols). Bei neuen Anlehen entstanden die 
4- und 5prozentigen Consols (four per cent consols anuities, dann die 
navy five per cent cons, an.) etc. Bis zum Pariser Frieden, 1763, 
war die Schuld (grossentheils in Folge der Friedrich dem II. im 
siebenjährigen Kriege geleisteten Hülfe) bis auf 138,865,430 Pf. an 
gewachsen. Sie verringerte sich nun während des Friedens um 
10’281,794 und betrug beim Ausbruche des amerik. Unabhängigkeits 
krieges, 1774: 128’583,635. Dieser Krieg veranlasste neue Anlehen 
im Betrage von 121’267,993 Pf., und beim Friedensschlüsse, 1784, 
hatte die Schuld eine Höhe von 249’851,628 Pf. erreicht. — Hierauf 
wieder, bis 1793, Verminderung um 10’501,480. 
ährend der französischen Revolutions- und der Napoleonischen 
Kriege folgten nun Anlehen auf Anlehen. So wurden aufgenommen : 
1792 4‘/j Mill, zu 4 Pf. 3 Sh. 6 Den. Zins (über 4% Proo.) 
1794 11 , ' 4 . 10 » 3 * Í (4% Proo.)
	        
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