Full text: Handbuch der vergleichenden Statistik der Völkerzustands- und Staatenkunde

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38 FRANKREICH — Land und Leute. 
Seitdem 1851: 817,449; 1852: 810,695; 1853: 787,581. 
So, wie wir im Jahre 1850 das Streben der Natur wahrnehmen, 
die Verluste auszugleichen, zeigte sich dasselbe Streben auch bei 
frühem Gelegenheiten. In dem Cholerajalire 1832 hatte man in Frank 
reich die enorme Menge von 933,733 Todesfällen — eine Zahl, die 
seit 1783 (und auch seit 1832) niemals vorgekommen ist. — 
Dies betrug 15 Proz. über das gewöhnliche Verhältniss nach dem 
Durchschnitte der 5 vorhergegangenen Jahre. Dagegen hatte man im 
Jahr 1833 nur 812,548 Sterbfälle — fast ebenfalls 15 Proz. Unter 
schied, d. h. diesmal Verminderung. — Die Zahl der Sterbfällc war 
übrigens in früheren Jahren : 
1801 : 1 Todesfall auf 35,42 Einw. 1831 : 1 Todesfall auf 40,69 Einw. 
1806: 1 - - 37,23 - 1836: 1 - - 41,08 - 
1821 : 1 - - 41, - 1841 : 1 - - 40,9 
1826: 1 - - 38,04 - 
Ungeachtet des Rückschlags in der Periode 1846—50 zeigt sich 
eine Verlängerung der Lebensdauer — offenbar Folge der Verbesserung 
der Lage der Masse des Volkes. 
LsbensdäUCr. Uebereinstimmend damit ergibt sich nach Duvillards 
Mortalitätslisten die mittlere Lebensdauer so : vor der Zeit der ersten 
Revolution 28% Jahre; um 1817 31,8 J., jetzt 36,7. 
In den 36 ,1. 1817—52 war übrigens die jährl. Durchschnittszahl: 
der Geburten 968,662 
der Sterbfälle 812,330 
Ueberschuss 156,333 
Familien. 9’022,921 Haushaltungen (also nur 3,95 Personen auf 
die Haushaltung). 
Gebrechliche. Nach den Aufnahmen von 1851 gab es in Frank 
reich: Wahnsinnige 44,970 (wovon nur 20,527 in Irrenanstalten), 
29,512 Taubstumme, 37,662 Blinde, 75,063 Hinkende, 44,619 Buck 
lige; 9077 entbehrten ein od. zwei Arme, 11,301 ein od. zwei Beine. 
GonfeSSiOnen. Der officielle Bericht f'Statistique de la France, 
publiée par le ministre de l'agriculture etc.) gibt folgende Ziffern: 
Katholiken 34’931,032 Juden 73,975 
Reformirte 480,507 Andere Cuiten 26,348 
Lutheraner 267,825 Nicht constatirt 3,483 
Während die officielle Statistik in allen andern Beziehungen sehr 
in Einzelnheiten eingeht, ist solches Eingehen bei diesem Capitel in 
auffallender Weise vermieden, und wir finden statt dessen die ziem 
lich seltsame Bemerkung, dass „Erwägungen besonderer Art“ die Ad 
ministration bestimmt hätten, die Uebersicht der Verbreitung der ver 
schiedenen Cuiten in den einzelnen Departementen nicht drucken zu 
lassen. Wir erwähnen dessen blos, um die Bemerkung daran zu 
knüpfen, dass wir Grund haben, die ganze officielle Angabe für we 
sentlich um-ichtig zu halten. Nach allen uns bekannten statistischen 
Daten ist die Zahl der Protestanten beider Kirchen weit grosser, als 
von der Regierung angegeben, und wir sind geneigt, folgende Schä- 
zung als nicht unglaubwürdig anzunehmen: 33Y2 Mill, Katholiken, 
1'300,000 Reformirte, 700,000 Lutheraner; dann Juden etc.
	        
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