Verlag von Gustav Fischer in Jena
Die Seele des Geldes. Grundlagen und Ziele einer allgemeinen Geldtheorie,
Von Karl Elster, Jena. (XVI, 837058. gr. 8°.) 1920. Mk 838.—
Schon die äußere Form des Werkes — der Obertitel (ein Zitat aus der „Staatlichen
Theorie des Geldes“ von G. F. Knapp) und die Zueignung (an Friedrich Bendixen) — kenn-
zeichnen das Ziel, das der Verfasser sich gesetzt hat. „Die Seele des Geldes“ erhebt den An-
spruch darauf, das erste System einer allgemeinen Geldtheorie darzustellen, das auf
den Forschungsergebnissen von Knapp und Ben dixen beruht, ohne diese nun deswegen in
allen Einzelheiten anzuerkennen und zu übernehmen. Das Buch ist kritisch; auch gegenüber
den beiden Denkern, deren Lebenswerk zusammenzufassen und vielleicht fortzuführen cs be-
stimmt ist.
Nach einer Einleitung, in der das Verhältnis zwischen staatlicher und wirtschaftlicher
Geldtheorie erörtert wird, werden in vier Kapiteln: „Das Geld und die Wirtschaft“ — „Das
Geld und die Güter‘ — „Das Geld im Staate; die Währung“ — „Das Geld im zwischen-
staatlichen Zahlungsverkehr; die Valuta‘** — behandelt, Die „Schlußbetrachtung‘“ sagt in gc-
drängter Kürze, worin der Verfasser die Grundlagen und worin er die Ziele sieht.
„Grundlegend“ ist die Auffassung, daß die moderne Geldwirtschaft nicht — wie ganz
allgemein gelehrt — eine fortgeschrittene Form der Tauschwirtschaft sei; daß sie nicht aus
dieser heraus, sondern nur in ihrer Gegensätzlichkeit zu diesen begriffen werden kann. „Grund-
legend“ ist die Einsicht, daß das „Geld als Werteinheit‘“ ein völlig wesensverschicdener Be-
griff von dem des Geldes als „Zahlungsmittel“ ist; daß das Geld als Mittel {nicht als Gegen-
stand des „gemeinwirtschaftlichen Güterverteilungsverkehrs‘‘) keinen „Wert“ hat. — Dei
„Ziele‘ sind im wesentlichen zwei: die Regelung der „Geldschöpfung‘“, die Regelung der
„Exodromiec‘“, Geldschöpfung im Zusammenhang mit der Produktion und cine
Exodromie, die den „festen Kurs“ erstrebt — und zwar in derjenigen Höhe, die Jje-
weilig den pantopolischen Verhältnissen entspricht — sind die programmatischen Forderungen
les Verfassers.
Das Geld als Zeichen. Zehn Vorlesungen über die Grundlagen der deutschen
Währung. Von Privatdozent Dr. Zurt Singer, Hamburg. (VIIL, 204 8.
gr. 8°) 1920. Mk 28. —
Inhalt: Einleitung: Zur Methode, -— 1. Teil: Zeitgeschichte. 1, Diedeutsche Geld-
verfassung vor dem Kriege, 2. Die Umbildung des Geldwesens bei Kriegsausbruch. 3. Die
Jjeutsche Geldverfassung während des Krieges. — II. Teil: T heorie. 1. Das Wesender Charta-
lität. 2. Der Standpunkt der herrschenden Richtung. 3. Das Problem der Lytrogenesc. —
IL Teil: Politik. ı. Kritik der herrschenden Meinung. 2. Die Aufgaben der Reichsbank. 3. Die
Epochen der Währungspolitik.
Der Verfasser der vorliegenden Studie ist im Kampfe der Meinungen für und wider
„die staatliche Theorie des Geldes‘ ein Bekenner zu Knapps grundlegendem Werk, das cr als
Ausgangspunkt seiner Ausführungen nimmt und durch welches nunmehr die Geldtheorie die
Ruhe der reinen Anschauung gewonnen hat. Damit aber eröffnet sich dieser Theorie die Mög-
lichkeit, auf eigenem Felde souveräne Erkenntnis für den Fortgang des tätigen Lebens fruchtbar
zu machen. In diesem Sinne erstrebt diese Untersuchung, zunächst theoretisch, dem Grund-
gedanken, der alle Erscheinungen auf dem Gebiete des Geldwesens umfaßt, nachzuspüren, um
dann in das Gebiet der Politik weiterzuschreiten, nicht indem sie Ziele setzt oder Mittel vor-
schreibt, sondern indem sie auf Grund der gewonnenen Erkenntnis feststellt, ob nicht der Gang
der Geldpolitik durch Reste unhaltbarer Theorien bestimmt wird, und indem sie angibt, weiche
Folgerungen sich aus der Konstellation der Dinge und Kräfte für die künftige Form des Geld
wesens ziehen lassen.
Für Gegenwart und Zukunft wird das Buch von größter Bedeutung sein,
/ntersuchung über die Grundsätze der Volkswirtschaftslehre.
Eine Abhandlung über die Wissenschaft der inneren Politik bei freien Völkern,
mit besonderer Rücksicht auf die Bevölkerung, Ackerbau, Handel, Gewerbe, Geld,
Münzwesen, Zins, Umlauf, Banken, Börse, öffentlichen Kredit und Steuern. Von
Sir James Steuart, Bart. Aus dem engl. Original ins Deutsche übertr. von
A. John. 8 Bände. (Bd. I: XI, 550 5. — Bd. II: 1], 530 8. — Bad. JE: VI,
585 S.k1.8°%) 1913—1914. Mk 22,50, geb. Mk 28,50 (+ 100% Teuerungszuschlag)
Steuarts klassisches Buch war seit sehr langer Zeit nicht mehr in deutscher Übersetzung
erschienen und daher so gut wie nicht mehr für den deutschen Leser vorhanden, Dabei handelt
es sich hier wohl um die für ihre Zeit beste und vollständigste Übersicht der Volkswirtschaft vom
zemäßigt merkantilistischen Standpunkt aus und daher auch heute noch um ein wertvolles Lese-
aAnch für den Tünger der Nationalökonomie.