Full text : Die sociale Lage der Handlungsgehülfen und ihre Verbesserung durch die kaufmännischen Vereine

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Anspruch  ab,  als  Arbeiter  auch  wirklich  von  der  Gesellschaft
beschäftigt  zu  werden.  In  andere  Worte  gefasst  und  einer  ge  ­
nauen  Idee  von  der  Gerechtigkeit  entsprechend  forinulirt,  liiess
dies  soviel,  als  behaupten,  dass  kein  Unrecht,  d.  h.  keine  Verletzung ­
  darin  läge,  wenn  die  nicht  selbständigen  Schichten  oder
gar  die  eigentlich  Armen  ihrem  zufälligen  Schicksal  überlassen
würden.  Die  übrigen  Classen  hätten  nicht  nOthig,  irgendwie
Gewissensregungen  zu  empfinden,  wenn  viele  Bestandtheile  der
Gesellschaft  dem  Elend  hüll  los  preisgegebon  würden.  Es  sei
ja  die  sündliche  Vermehrungstendenz  an  allem  Uebel  schuld,
und  Niemand  könne  sich  darüber  beklagen,  wenn  er  durcii
Uebervölkerung  leide.  Wollten  die  Arbeiter  die  Löhne  erhöht
haben,  so  bestehe  das  einzige  sichere  Mittel  darin,  dass  sie
selbst  ihre  Zahl  niederhielten.  Mit  dieser  letzteren  Empfehlung
scheint  es  jedoch  unserrn  Reverend  nicht  einmal  sonderlich
Ernst  gewesen  zu  sein.  Der  Anwalt  der  behäbigen  Classen
wusste  sicherlich,  dass  cs  mit  einer  solchen  Minderung  des
Arbeitsangebots  gute  Wege  hätte.
Der  Ausdruck  dieses  widerwärtigen  Egoismus  war  in  seiner
nacktesten  Gestalt  in  der  ersten  Ausgabe  unter  dem  Schleier
der  Anonymität  am  stärksten  gewesen.  Auch  noch  die  folgende
hatte  allzu  greifbare  Sätze  enthalten,  welche  der  klüger  gewordene ­
  Priester  nachher  wegliess  oder  abschwächte.  Indessen
blieb  die  Sache  dieselbe,  wenn  auch  die  angreifbarsten  Wortformeln ­
  in  Wegfall  kamen.  Zuerst  hatte  sich  der  liebenswürdige ­
  Grundgedanke  dahin  geäussert,  dass  diejenigen,  für
welche  die  Tafel  des  Lebens  nicht  besetzt  wäre,  sich  wegzubegeben ­
  hätten,  und  dass  dieses  Gesetz  auch  wirklich  von  der
Natur  vollzogen  werde.  Später  hatte  sich  die  Haut  solcher
Gedanken  etwas  mehr  geglättet,  ohne  dass  jedoch  das,  was
darin  steckte,  seinen  Charakter  irgend  verändert  hätte.  Im
Gegentheil  war  der  ganze  Gegenstand,  Inhalt  und  Form  zusammengenommen, ­
  nur  noch  geeigneter  geworden,  seine  Bewegungen ­
  auf  dem  schlüpfrigen  Boden  gehörig  auszuführen.
Hiezu  dienten  ihm  wässerige,  aus  Reise  werken  zusärnmengetragene
  Beschreibungen,  die  man  viele  Seiten  lang  durchlesen
kann,  ohne  einen  einzigen  eigentlichen  Gedanken  anzutreffen.
Ferner  wurden  allerlei  Gefühle  von  der  bekannten  zweideutigen
Mischung  angeregt,  und  die  Darstellung  schlängelte  sich  häufig
genug  am  Leitfaden  solcher  Mixturen  von  erbaulicher  Moral
            
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