Full text : Die sociale Lage der Handlungsgehülfen und ihre Verbesserung durch die kaufmännischen Vereine

Wirft  man  endlich  nach  einen  Blick  aus  die  Jndividualverhältnisse
bei  &wibíunGSoeí)i(fcn,  Ñ  cigicbt  M  ttod)  bet  bout
1882  bei  einer  Gegenüberstellung  der  Familienstands-  und  Altersverhältmsse
des  Verwaltungspersonals  im  Handel  (einschließlich  Schankwirtschaft)  mit
dem  Verwaltungspersonal  und  den  Erwerbsthätigen  überhaupt  Folgendes.
Von  1000  männlichen  und  weiblichen  Personen  waren  bei  den

Ledig  u.  Geschieden  401,3  650,7  468,i  774,8  531,4  758,o
Verheiratet  .  .  564,  i  165,  i  509,  i  122,g  4;>0,4  155,7
Verwitwet.  .  .  34,6  184,2  22,8  10  2,g  18,2  '86,3

Die  Familienstandsverhältnisse  der  Gehülfen  int  Handel  zeigen  hiernach ­
  mit  denjenigen  der  Gehülfen  überhaupt  eine  ziemliche  Übereinstimmung,
während  sie  von  denjenigen  der  gesamten  Erwerbsthätigen  erheblich  abweichen.
Sowohl  beim  männlichen  als  beim  weiblichen  Geschlecht  ist  die  Fahl  e  er
ledigen  Personen  im  Handelsgewerbe  bedeutend  höher  als  bei  den  Erwerbsthätigen ­
  überhaupt;  dieses  Überwiegen  der  Ledigen  macht  sich  dann  durch
eine  schwächere  Besetzung  der  Verheirateten  geltend  und  ebenso  ist  die  Zahl
bei  den  Verwitweten  auffallend  niedrig.
Die  hohe  Ziffer  der  ledigen  Personen  im  Handelsgewerbe  dürfte  sich
wohl  hauptsächlich  beim  männlichen  Geschlecht  durch  die  Zahl  der  Lehrlinge
erklären,  während  sie  beim  weiblichen  Geschlecht  zum  Teil  auf  den  in  der
Schankwirtschast  thätigen  Personen  beruhen  mag,  zum  Teü  in  der  meist
als  vorübergehend  gedachten  Thätigkeit  junger  Mädchen  im  Handelsgewerbe
ihre  Begründung  findet.  Die  Ziffer  der  männlichen  verheirateten  Personen
im  Handlungsgehülsenstande  ist  jedoch  ziemlich  hoch,  fast  die  Hälfte  der
Handlungsgehülfen  ist  hiernach  verheiratet.  Es  bestätigt  diese  Ziffer  mithin
die  schon  oben  gemachte  Beobachtung,  daß  die  Zuiiahine  der  Großbetriebe
im  Handelsgewerbe  die  sociale  Stellung  der  im  Handel  thätigen  Männer
mit  der  Stellung  eines  Handluiigsgehülsen  zu  einer  endgültigen  gestaltet
hat.  Die  Zahl'  der  verheirateten  weiblichen  Personen  im  Gehülfenstande
ist  schwächer  als  die  eiitsprechende  Ziffer  bei  den  Erwerbsthätigen  überhaupt.
Die  Frauen  der  Handlungsgehülfen  sind  nach  der  gesellschaftlichen  Stellung
ihrer  Männer  meist  weniger  in  der  Lage,  selbst  noch  gewerblich  thätig  zu
sein  als  die  verheirateten  Frauen  in  anderen  Berufszweigen.  Auffallend
ist  'endlich  noch  die  Ziffer  der  Verwitweten  im  Handlungsgehülsenstande.
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Haupt  gemachte  Beobachtung,  daß  die  verwitweten  Frauen  verhältnismäßig
stärker  vertreten  sind  als  die  Männer.  Diese  Erscheinung  erklärt  sich  dadurch, ­
  daß  die  verwitweten  Männer  im  erwerbsfähigen  Alter  leichter  geneigt ­
  sind,  sich  wieder  zu  verheiraten,  während  eine  Wiederverheiratung  bet
den  Frauen  naturgemäß  schwieriger  ist.  Bei  einer  unzureichenden  pekumären
Lage  sehen  sich  die  verwitweten  Frauen  daher  genötigt,  zu  ihrer  Erwerbs-
            
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