Full text : Die sociale Lage der Handlungsgehülfen und ihre Verbesserung durch die kaufmännischen Vereine

47

Bottoms  gegen  diejenigen  erheben,  weiche  zu  der  Gehülfensrage  diejenige
Stellung  nehmen,  die  öden  angedeutet  wurde,  lind  in  der  That  beharrt
eine  große  Zahl  deutscher  kaufmännischer  Vereine  heute  in  erster  Reihe  noch
aus  diesem  Standpunkt  und  kümmert  sich  so  gut  wie  nicht  um  die  aktuellen
Standesfragen  wirtschaftlicher  und  socialer  Natur.
Nun  hat  diese  Stellungnahme  sehr  bald  nicht  ganz  erwartete  Folgen
gehabt.  Die  Wirklichkeit  und  rohe  Notwendigkeit  stieß  die  von  den  Verhältnissen ­
  am  meisten  mitgenommenen  Gehülfen  immer  wieder  darauf,  wie
bthmcnb  M  qctübe  für  sic  bie  mit  ben  nenen
fei.  '  Unb  fo'entftonb  mit  bet  Seit  eine  Ä#  neues  Betemäbtibungen,
Dumnifntionen,  tocM,e  aüc  bie@#enaftaQe  nuf  t^cMne  fciineben  unb  btc#c
durch  Wort,  Schrift  (Zeitnngsorgane)  und  That  (Kassen,  Petitionen  an  den
Reichstag  u.  s.  w.)  zu  fördern  suchten.  Nnninehr  drohten  dem  kaufmännischen
Vereinswesen  mehrfache  Absplitterungen  und  Reibereien,  unb  hier  muß  es  einer
zweiten  Reihe  kaufmännischer  Vereine  zur  hohen  Ehre  angerechnet  werden,
daß  sie  sich  im  Gegensatz  zu  vielen  Schwestervereinen  bestrebten,  den  neuen
Verhältnissen  trotz  ihrer  oben  berührten  Vergangenheit  Rechnung  zu  tragen
und  die  wirtschaftlichen  wie  gesellschaftlichen  Fragen  der  kaufmännischen
Gegenwart  aus  ihr  Arbeitsprvgramm  zu  setzen.  Der  Verein  zu  Frankfurt ­
  a  M  der  dieses  Bestreben  neuerdings  durch  die  Ausschreibung  der
Doriicqcnb  beonttoorteten  ^tcWüufanbc  beïunbetc,  í)nt  wo#;
in  der  neuen  Richtung  gethan,  volkswirtschaftlich  gebildete  Kräfte  zu  Fachvorträgen ­
  nicht  bloß  in  der  eigenen  Mitte,  sondern  auch  in  anderen  Vereinen
veranlaßt,  die  Lehrlingsfrage  zur  besonderen  Diskussion  gestellt  und  die
Angelegenheit  des  Krankenkassenzwanges  für  Handlungsgehulsen  in  şşitfurt
  mit  fördern  Helsen.  Ebenso  haben  die  in  dem  ursprünglichen  Vorttometbanbe
  ^eutfl^ct  ^m^f1nünnif^^ct  Beteine  befinbíi(^cn  &0l^et1^^a^^cn
sich'  der  neuen  Existenzfragen  angenommen  und  dieselben  lebhaft  diskutiert
(z.  B.  der  Mannheimer  und  Münchener  Verein).  Schließlich  ist  es  bei
dieser  Bewegung  zu  der  auf  dem  kausmännischen  Verbandstage  zu  Cheuiintz
1889  erfolgten  Begründung  einer  „V>erbandsabteilung  für  kaufmännische
Standesfragen"  gekommen,  die  als  Centralftelle  für  wirtschaftliche
Fragen  des  Kaufmannsstandes  eine  große  Zukunft  zu  haben  verspricht.
Mit  dieser  Entwicklung  hat  sich  wohl  die  Frage,  „in  wieweit  die
kaufmännischen  Vereine  zur  Verbesserung  der  Lage  beizutragen  vermögen  ,
ganz  von  selbst  entschieden.  Die  Antwort  aus  diese  Frage  kann  nunmehr
dahin  präcisiert  werden:  je  eifriger  jene  Vereine  die  gemeinsame
Behandlung  wirtschaftlicher  und  gesellschaftlicher  Fragen
betreiben,  unb  ¡e  mctit  sie  hiebet  Betuno  noc^fetn^^e^enbcn
au  M  ^el:anaif^cn  werben,  befto  Qto&et  toitb
der  Kreis  der  socialen  Fragen  sich  gestalten,  an  deren  Losung
sie  mitzuarbeiten  vermögen.  Ja,  noch  mehr:  gewisse  oben,  un  zweiten
Abschnitt  ausgestellte  Rcformforderungen  können  erschöpfend  sogar  einzig
unb  niiein  üom  Betbanb  biefet  Beteine  ober  toentgftcnö  mit  W|c
desselben  erfüllt  werden.  Vorbedingung  ist  freilich  die  fortwährende  Verarc.*»
  s  *ì"»  »  s£.£
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.