Object: Die Theerfarben-Fabriken der Herren Meister, Lucius & Brüning zu Höchst a. Main, in sanitärer und socialer Beziehung

71 
Ausser diesen hauptsächlich für die mit Arbeitsunfähigkeit verbundenen Ei- 
krankungen bestehenden Einrichtungen finden auf der Fabrik wöchenlich drei 
Mal an bestimmten Tagen und zu bestimmter Stunde Sprechstunden von dem 
revidirenden Fabrikarzte für die arbeitsfähigen Erkrankten statt. Ueber die hier 
beobachteten Erkrankungen werden die Kranken .Journale B, vid. Formular D28. 
ebenfalls getrennt nach den 3 Abtheilungen der Fabrik geführt und bilden diese 
mit den oben eiwähnten Kranken-Journalen A die Grundlage für den am Ende 
eines jeden Jahres zu erstattenden Bericht über die Gesammt-Krankenbewegung. 
Kranken-Joumal B. 
Tab. D 28. 
N. 
N.K. 
Perso 
nale. 
Raum. 
Diagnose. 
Theiapie 
Zeit. 
Bemerkungen. 
I 
Diese Sprechstunden werden abgehaltcn in den Krankenzimmern. deren 2 
bestehen, eins für die Alizarinfabrik und die mechanische Werkstätte, das andere 
für die Anilinfabrik und das Fuhrwesen. In Jedem dieser Ziniiner steht ein Bett 
Aufnahme bei plötzlichen Erkrankungen oder Verletzungen. Des Weiteren 
finden sich in denselben eine Tragbahre, eine Wanne aus Zinkblech für Voll-, sowie 
kleinere Wannen für locale Bäder, säinmtlicho für das Anlegen eines ersten Ver- 
bandes nothwendigen Utensilien, Tourniquet’s u. s. w. In einem Schrank linden 
sich Carboilösungen in verschiedener Concentration, Carbol-Oel, Brandsalbe, llefi- 
pfiaster u. s. w., um bei kleineren Verletzungen sofort Hülfe leisten zu können. 
An der Wand sind Blechkasten mit Wasser angebracht, welche zu Douchen dienen, 
jedem Arbeiter selbstständig das Ausspülen und Reinigen kleiner Wunden zu 
ermöglichen. 
Ausserdem sind die Loeb’schen Respirationsapparate vorräthig, sowie die 
Müller-Skrzeczka’schen Tafeln, auf welchen eine mit Abbildungen illu- 
strirte Anweisung für die ersten Ilülfeleistung bei Uiiglücksfällen enthalten ist. 
Auch hängt in jedem Krankenzimmer eine Tafel, auf welcher die Namen der 
arbeitsunfähigen Arbeiter nach dem Tage ihrer Krankmeldung, dem Raume ihrer 
^«schäfiigung und der von dem Arzte gemeldeten Krankheitsdiagnose verzeichnet 
so dass stets ein Deberblick über den Krankenstand sowohl nach dem Cha 
rakter der Erkrankungen, als auch nach den einzelnen Arbeitsräumen gegeben ist. 
Passt man diese zu Gunsten erkrankter Arbeiter bestehenden Einrichtungen 
^^sammen, so lässt sich denselben, so human und praktisch dieselben auch durch- 
Keführt sind, prinzipiell der Vorwurf machen, dass die Arbeiter gar keine Zubusse 
der Krankenkasse leisten. Die Herren Meister, Lucius und Brüning er- 
, ®”nen dies iu so fern an, als es im Interesse der socialen Stellung der Arbeiter 
«sserwäre, wenn alle Arbeiter zu solchen Kassen einen Beitrag lieferten; sie gehen 
J®doch hierbei von der Vorbedingung aus, dass solche Ka.ssen sich über grosse 
®zirke und mehrere Fabriken erstrecken müssten, damit Arbeiter, welche
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.