Full text: Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 2)

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eine Option auf die Carnegie-Werke für 160 Millionen 
Dollar bekommen und suchte an Morgan seinen halben An- 
teil an den Werken für diese Summe zu verkaufen. Morgan 
aber weigerte sich, 160 Millionen Dollar für den halben 
Anteil an einem Unternehmen zu zahlen, dessen eigener 
Besitzer, Carnegie, kurz vorher geschworen hatte, es besäße 
keinen höheren Nutzwert als 75 610 104. Dollar, und dessen 
gesamte Aktiva nach der Bilanz der Carnegie-Gesellschaft 
vom ı. März 1900 sich auf ıo1 416 802 Dollar beliefen. 
Morgan war ein zu alter Geschäfts- und Finanzbär, um 
darauf einzugehen — indessen sollte bald die Zeit kommen, 
wo diese Weigerung ihm teuer zu stehen kam. 
Frick und seine Genossen bei der Transaktion mußten 
ihren Mißerfolg beim Verkauf der Option mit über einer 
Million Dollar bezahlen, die Carnegie als Buße einstrich, 
denn „Geschäft ist Geschäft“. Frick aber war darüber un- 
gehalten und verklagte Carnegie aus anderen Gründen 
wegen verschiedener Millionen Dollar, die ihm aus den Gel- 
dern der Carnegie-Gesellschaft widerrechtlich vorenthalten 
würden. Esbraucht nicht gesagt zu werden, daß die Affäreeine 
anmutige Sensation abgab; aber Frick hatte offenbar guten 
Grund, nachzugeben, da sein Prozeß aussichtslos erschien. 
Carnegie schröpft Morgan 
Damit drohte ein ruinöser Handelskrieg, in welchem jede 
Stahlorganisation versuchen würde, Monopole für gewisse 
Produkte, welche die anderen innehatten, ins Wanken zu 
bringen. Es war also eine Lebensfrage, alle miteinander 
streitenden Korporationen zu vereinigen. „Es war für jeden 
klar,“ sagt der Bericht von Herbert Knox Smith, dem 
Korporationskommissär der Vereinigten Staaten, „daß eine 
derartige Konsolidierung nur erfolgreich sein konnte, wenn 
sie die Carnegie-Gesellschaft mit inbegriff, die in der da- 
maligen Situation der mächtigste Faktor war, sich seit lan- 
gem durch ihre aggressive Taktik hervorgetan und, wie oben 
gezeigt wurde, die Krisis beschleunigt hatte. Anderseits 
unterliegt es keinem Zweifel, daß viele Stahlinteressenten 
Carnegies persönlichen Einfluß als Gefahr für sich und für
	        
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