Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Schmutzwasser.

Filtration  durch  feine  Netze  (Planktonnetze)  zu  sammeln.  Sehr  zu  beachten  sind
die  Pilz-  und  Algenvegetationen  am  Ufer,  auf  dem  Boden,  an  Pfählen,  eingetauchten
Pflanzenteilen,  Mühlenrädern,  Wehren.  Sehr  wichtig  ist  unter  Umständen  die  Untersuchung ­
  des  Schlammes,  der  mit  einem  Schöpfer  oder  mit  einem  am  Boden  schleifenden ­
  Scharrnetz  entnommen  und  auf  Sieben  ahgesieht  wird.  Dabei  kommen  insbesondere ­
  die  größeren  Lebewesen  in  Betracht.  Auch  die  im  oder  am  Wasser
stehenden  Wasserpflanzen,  hezw.  ihr  Verschwinden  oder  Wiederkehren  sind  zu  beachten. ­

Das  Bild  eines  durch  fäulnisfähige  Stoffe  verunreinigten  Wassers  ist  nach
der  Jahreszeit  sehr  verschieden.
Nach  Mez  herrschen  im  lichtarmen  Winter  die  weißen  und  grauen  Wasserpilze ­
  vor,  die  am  Boden,  Ufer  und  Holzwerk  in  langen  Zotten  hängen.  Im  Sommer
dagegen  findet  man  sie  nur  an  Wehren,  Mühlrädern  und  ähnlichen  Orten  mit  bewegtem ­
  Wasser,  während  alsdann  die  am  Ufer  in  schw'arzgrünen  Rasen  wachsenden
Schmutzw'asseralgen  mehr  hervortreten.  Im  Sommer  ist  auch  die  bakteriologische
Untersuchung  wichtig,  die  dann  eine  sehr  hohe  Keimzahl  und  die  Anwesenheit  von
Fäkalbakterien  ergeben  wird.  Das  Winterbild  eines  Schmutzwassers  ist  im  allgemeinen
kennzeichnender  als  das  Sommerbild.

Fig.  322.  Spliaerotilus  natans  Kützing.
a  Flocken  des  Pilzes  in  natürlicher  Größe,  b  Fäden  (i:  1000).  Nach  Mez.

An  Apparaten  für  die  Probenahme  bei  der  Begehung  von  beschmutzten  Vorflutern ­
  sei  außer  dem  schon  erwähnten  Planktonnetz,  dem  Schlammschöpfer
und  Scharrnetz  noch  der  Pfahlkratzer  zur  Entnahme  der  an  Holzwerk  sitzenden
Vegetation,  ein  scharfer  Löffel  für  Diatomaceen  und  ein  Haken  zum  Abreifien  von
Wasserpflanzen  erwähnt.
Näheres  über  die  Ausrüstung  und  die  Probenahme  findet  man  in  dem  schon
erwähnten  Werk  von  C.  Mez,  sowie  in  Arbeiten  von  Kolkwitz  und  Marsson. 1 )
2.  Die  Lebewesen  der  Abwässer.  Die  Flora  und  Fauna  der  Abwässer  ist  sehr
artenreich.  Praktisch  besonders  wichtig  ist  aber  eine  geringe  Zahl  von  Arten,  die  sich
in  Abwässern  in  besonders  reichem  Maße  vorfinden  und,  da  sie  auch  von  dem
weniger  Geübten  bei  sorgfältiger  Untersuchung  durch  das  Mikroskop  leicht  bestimmt
werden  können,  hier  eingehender  beschrieben  werden  sollen.  Es  sind  dies  einige
größere  Pilze:  Leptomitus  lacteus,  Spliaerotilus  natans  und  Sph.  fluitans,
Beggiatoa  alba  und  B,  leptomitiformis,  einige  Arten  der  Gattung  Oscillatoria
der  blaugrünen  Algen  und  von  den  Protozoen  Garchesium  Lachmanni.
B  Mitteilungen  aus  der  Königl.  Prüfungsanstalt  f.  Wasserversorgung  usw.  Heft  1.  33,
Heft  2,  23  und  27.
            
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