Full text: Konserven und Konservenindustrie in Deutschland

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erreicht. Außerdem müssen sich die Fabrikanten verpflichten, sämt 
liche innerhalb fünf Jahre als verdorben befundene Büchsen zu 
ersetzen oder den gezahlten Preis zu erstatten. Wünschenswert wäre 
es indessen, daß auch die Militär- und Marineverwaltungen ihrerseits 
die Verpflichtung übernehmen, die Waren möglichst trocken und nicht 
in feuchten Räumen, welche ein Rosten des Bleches befördern, zu lagern- 
Die Intendanturen der Marine und der Armee sind mit dem 
deutschen Dosenfleisch sehr zufrieden und haben sich wiederholt an 
erkennend über das deutsche Produkt geäußert. 
Eine Kartellierung oder ein anderer Zusammenschluß ist von den 
deutschen Dosenfleischfabrikfanten einstweilen noch nicht beabsichtigt- 
Zusammenfassend können wir bemerken, daß die infolge des 
Pleischbeschaugesetzes entstandene deutsche Dosenfleischindustrie be 
reits eine Größe und Entwicklung gefunden hat, wie man sie itn 
Anfang kaum erhoffen durfte. 
C. Die Verwendung von Konserven bei der Armeeverpflegung- 
Die Heranziehung der Konserven zur Verpflegung der Trupp 611 
erfolgte im größeren Maßstabe zuerst im Krimkriege, wo namentlich 
die Franzosen in ausgedehntem Maße Fleisch- und Gemüsekonserven 
an die Truppen vor Sebastopol verabreichen ließen. Von diesem Zeh' 
punkte an wurde der Konservenverpflegung für Heereszwecke in allen 
Staaten Europas große Aufmerksamkeit zugewendet. Im deutsch 
französischen Kriege 1870/71 hat sich die Konservenverpfleg 011 »’ 
namentlich bei der deutschen Armee gut bewährt. 
Wie schon erwähnt, besitzen die meisten größeren Militärstaaten 
jetzt Staatsfabriken zur Herstellung von Konserven. Natürlich sind 
diese nicht im entferntesten in der Lage den Bedarf der Heere an 
Konserven zu decken, sondern der Hauptteil von Konserven w*ird 
von der Privatindustrie hergestellt. Preußen errichtete nach dem 
Kriege 1870 Fabriken in Haselhorst bei Spandau und in Mainz. Auh er 
Fleischkonserven werden in diesen Betrieben namentlich Erbswürste 
und den Erbswürsten ähnliche Präparate, die sich aus verschiedenen 
Mehlen, Talg, Fleischextrakt und Gewürzen zusammensetzen, außei 
dem auch Gemüsekonserven umd gemischte Gerichte hergestellt. 
Kampagne dauert von Anfang September bis März—April. 
Beschäftigt werden im Durchschnitt in jeder der beiden Fabrik 611 
go männliche und ungefähr 300 weibliche Arbeitskräfte. An Flm s 
werden im Durchschnitt 
in Haselhorst 2500 Ochsen 
in Mainz 2200 „
	        
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