W arenkommissionshandel.
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3. Zusammenhängende Produktion. Verschiedene Produk
tionsstufen — Stoffgewinnung und Stoffverarbeitung — sind in
einer Unternehmung vereinigt, z.B. die gemischten Werke der
Großeisenindustrie (Erzbergbau und Verhüttung, Hochofen und
Stahlwerk usw.). Der eine Produktionsbetrieb ist Werkstoffliefe-
rant des anderen. Die Betriebsvereinigung kann eine örtlich zen
tralisierte oder dezentralisierte sein. Wo solche Vereinigungen
stattfinden, müssen die einzelnen Produktionsstufen rechnerisch,
buchhalterisch und kalkulatorisch auseinandergehalten werden.
Der Absatz der Produkte x ) erfolgt durch eine selbständige
Organisation des Unternehmers (Verkaufsabteilung), durch die
Tätigkeit von Absatzvermittlern (Kommissionäre, Agenten usw.)
oder durch kollektiv-wirtschaftliche Organisationen (Verkaufs
zentralen). Seine buchhalterische Behandlung bietet keine
Schwierigkeit und ist nicht abweichend von der Absatzorgani
sation des Warenhändlers zu verrechnen.
Auf eine Klassifikation der Gewerbe in technischer oder
wirtschaftlicher Hinsicht wird hier verzichtet, da eine allgemein
richtige Einteilung ohne logische Mängel bis jetzt nicht gefunden
wurde (man vgl. dazu die Gliederung der Berufszählungen 1895
und 1907). Mit Rücksicht auf die Vielgestaltigkeit der gewerb
lichen Tätigkeit im engeren Sinne sollen hier nur grundsätzliche
Gesichtspunkte erörtert, einige typische Fälle in ihrer buch
halterischen Behandlung vorgeführt werden, denen sich Kon-
herungsbeispiele ergänzend anschließen sollen.
Jede Produktion erfordert einen Aufwand an Sachgütern
Und Arbeit, also Kosten, in der Absicht, einen über diese Kosten
binausgehenden Verkehrswert zu erzielen. In der Vergleichung
zwischen Kosten und Ertrag liegt der wirtschaftliche Erfolg oder
Mißerfolg der Gütererzeugung. Den Kosten der Arbeit sind alle
Aufwendungen für eine bestimmte produktive Arbeit zuzurech-
uen, also Geld, Naturalleistungen an die Arbeiter, ohne Rück-
Sl °ht auf deren Arbeitsleistung; im Grunde genommen auch
die mittelbaren Aufwendungen für Arbeiter (Unterhaltung der
Mfohlfahrtseinrichtungen u. a.) In der Regel werden nur die
Unmittelbaren Aufwendungen für die ausführende Arbeit un-
0 Vgl. meine „Betriebslehre der kapitalistischen Großindustrie“ im
Grundriß der Sozialökonomik, Tübingen 1914, Abteilung VI, S. 83 f.
Meitner, Buchhaltung- und Bilunzkonde. I. 6. u. 7. Aufl- 17