Object: Die Paumgartner von Nürnberg und Augsburg

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sein und auch keine Aemter annehmen müssen. Dieses Steuer 
pauschale hatte dieselbe Höhe wie das Fuggers, der auch jährlich 
800 fl bezahlte 1 ). Es ist damit freilich nicht gesagt, dass Paum- 
gartners Vermögen dem der Fugger gleich war. Fast möchte 
man vermuten, Paumgartner habe sich zu dem Vertrag mit 
der Stadt entschlossen, um nicht hinter Fugger zurückzu 
stehen. Auch auf anderem Gebiet werden wir nämlich diesem 
Bestreben, es soviel wie möglich dem Rivalen gleichzutun, 
bald begegnen. 
Nicht leicht ist es jedoch, nun wirklich die Grösse des 
Paumgartnerschen Vermögens anzugeben. Wir haben zwei 
Anhaltspunkte, die es ermöglichen, zu einem ungefähren Re 
sultat zu gelangen. Der schon mehrfach genannte Aleander 
gibt im Jahre 1539 das Vermögen Paumgartners mit 600 000 fl 
an 2 ) (nach einer Mitteilung, die ihm am Wiener Hof gemacht 
wurde), und der Venezianer Mocenigo sagt, dass Fugger im 
Jahre 1548 ca. 4 Millionen, Paumgartner und Welser zusammen 
2—3 Millionen besessen hätten 3 ). Nach dem, was uns sonst 
über Paumgartners Finanzkraft bekannt ist, glaube ich nicht, 
dass der Venezianer hier übertrieben hat. Wir dürfen wohl 
annehmen, dass unser Kaufmann zur Zeit der Blüte seines 
Geschäftes ein Vermögen von ca. einer Million Gulden besessen 
hat 4 ). Um das Jahr 1540 war Hans Paumgartner nach Anton 
Fugger wohl der reichste Mann in deutschen Landen. 
Um diese Zeit hatte sich aber im Schosse der Familie 
‘) Augsburg, Stadtarchiv: Paumgartnerakt Nr. 4. Nicht nur 
Anton, sondern auch jeder seiner Brüder bezahlte diese sog. reiche Steuer. 
2 ) Nuntiaturberichte a. a. O. 1. Abt. Bd. 4 S. 375. 
3 ) A. a. O. Fontes rer. Austr. II, 30 S. 71. 
*) Ehrenberg a. a. O. S. 149 unterschätzt meines Erachtens die 
Kapitalkraft Paumgartners, wenn er die Angabe Mocenigos über das 
Paumgartnersche u. Welsersche Vermögen zu hoch findet. Bei den 
Summen, die Hans Paumgartner in seinen Bergwerken und im Handel 
angelegt hatte, wären ihm bei geringerem Vermögen nicht noch solche 
stattliche Güterkäufe möglich gewesen, wie wir sie sogleich zu schildern 
haben werden. Der Vermögenszuwachs resultierte übrigens nicht allein 
aus dem Handelsgewinn, sondern auch aus Erbschaften, Einkünften 
aus Aemtern, Besitzungen usw. Der Jurist Z a s i u s , Paumgartners 
Freund, schätzt den jährlichen Reingewinn, den dieser aus seinen Berg 
werken erziele, auf 100000 fl. Vgl. Förstemann u. O. Günther: 
Briefe an Desiderius Erasmus (= Beih. z. Zentralbl. f. Bibliotheksw. 
XXVII S. 197).
	        
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