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in Vorschlag. Ja, für die Zukunft fasste man bereits den Eigenbetrieb und die Beschiffung der
ganzen Donau in’s Auge. Ueberhaupt geht ein frischer Zug durch den an diese General
versammlung erstatteten Bericht, der sogar des poetischen Schwunges nicht entbehrte und
seinen kräftigsten Ausdruck in dem Satze fand: »Eine freie Schiffahrt von Wien bis in’s Meer,
welch’ erhabener Gedanke! Dank der Erfindung der Dampfschiffahrt gehört er nicht mehr zu
den chimärischen.«
Das Verdienst, diesen Gedanken in seiner ganzen Grösse und volkswirtschaftlichen
Bedeutung erkannt, das Verstaudniss für denselben bei seinen Zeitgenossen geweckt und inner
halb der Kreise der Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft zur tatkräftigen Ueberzeugung ent
wickelt zu haben, dieses Verdienst gebührt dem Grafen Stefan Széchenyi, jenem Manne, den
die ungarische Nation in dankbarer Anerkennung seiner unbegrenzten Vaterlandsliebe und seines
rastlosen Mühens um die nationale, wirtschaftliche und culturelle Wiedergeburt desselben
mit dem Worte ihres beredtesten Sohnes »den grössten Ungar« nennt. Und in der That,
Graf Széchenyi wusste mit der glühendsten Liebe zu seiner Nation die höchste Achtung vor
den Culturfortschritten fremder Nationen zu verbinden und aus ihrem Entwicklungsgänge zu
lernen, was seinem Volke noththue und auf welchem Wege dasselbe zu höherem Wohlstände
und damit zur wahren Freiheit und politischen Macht geführt werden könne. Auf seinen wieder
holten Reisen durch England, Belgien und Frankreich hatte sich ihm die Bedeutung der Ver
kehrsmittel in der Volkswirtschaft, der Land- wie der Wasserstrassen erschlossen, an denen
es Ungarn trotz zahlreicher schiffbarer Flüsse so sehr gebrach.
Sein Augenmerk wandte sich in erster Linie dem Donaustrome zu, und bei dem Feuereifer,
mit dem Graf Széchenyi Alles erfasste, war es bald sein Liebliugsgedanke, der Schiffahrt auf _
der Donau völlig freie Bahn bis in’s Schwarze Meer zu schaffen. Er war von diesem Gedanken
so erfüllt, dass Fürst Metternich scherzend behauptete, Graf Széchenyi bilde sich ein,
die Donau entdeckt zu haben. Nun allerdings, die Donau hat er nicht entdeckt, aber für die
Beschiffung derselben hat er durch Erforschung ihrer Hindernisse, durch das Studium der Strom-
schnellen zwischen Drenkova und Orsova, sowie durch die Förderung der Donau-Dampfschiff-
fahrts-Gesellschaft auf’s Erfolgreichste gewirkt und dadurch der wichtigsten Handelsstrasse
zwischen Centraleuropa und dem Orient mächtigen Vorschub geleistet!
Im Sommer 1830 unternahm Graf Széchenyi mit mehreren Begleitern, darunter dem
Ingenieur Beszédes, eine Becoguosciruugsfahrt auf der Donau, um den nach der Schilderung I
der Schiffsleute furchtbaren Felsenpass des Eisernen Thores aus eigener Anschauung kennen
zu lernen und eventuell Vorschläge zu dessen Beseitigung machen zu können. Er dehnte seine
Reise bis Constantinopel aus, entging aber, wie die Mehrzahl seiner Gefährten, nur mit
genauer Noth den Gefahren des längs der unteren Donau herrschenden typhösen Fiebers.
In seine Heimath zurückgekehrt, bot er allen Einfluss, den ihm seine sociale Stellung gewährte,
auf, damit das grosse Werk der Reguli rung der Stromschnellen wie des eigentlichen Eisernen
Thores in Angriff genommen werde.
Am 7. Jänner 1832 richtete er an das Mitglied der gesellschaftlichen Administration,
Herrn Benvenutti, von Fest aus ein Schreiben, worin er denselben aufmerksam machte, dass die
Donau-Dampfschiftahrts-Gesellschaft nunmehr sich nicht auf ein einziges Schiff beschränken
sollte, da ganz gewiss sich mehrere rentiren würden, in welcher Voraussetzung es uothwendig wäre,
ein Privilegium auf 32, 50 oder 0‘J Jahre zu erwirken und die Felsen zwischen Belgrad und Orsova