Full text : Die Methoden der Volkszählung, mit besonderer Berücksichtigung der im preussischen Staate angewandten

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I.  Die  Beleuchtung  des  bestehenden  Tabellenwesens.

Die  hohen  Regierungen  der  zollvereinten  Staaten  Deutschlands ­
  sind  unter  sich  dahin  übereingekommen,  mit  der  Volkszählung ­
  im  December  d.  J.  die  Erhebung  solcher  Daten  zu
verbinden,  welche  die  Aufstellung  einer  gleichmassigen  Gewerbestatistik ­
  des  Zollvereins  ermöglichen.  Was  diese  Statistik ­
  enthalten  und  wie  ihr  Inhalt  geordnet  sein  soll,  das  ist
durch  drei  verschiedene  Tabellenformulare  in  den  betreffenden
Verhandlungen  präcisirt  worden,  deren  Titel  folgende  sind:
1)  Tabelle  der  Handwerker  und  der  vorherrschend  für  den
örtlichen  Bedarf  beschäftigten  Gewerbtreibenden  und
Künstler.
2)  Tabelle  der  Fabriken  und  der  vorherrschend  für  den
Grosshandel  beschäftigten  Gewerbsanstalten,  so  wie
sämmtlicher  Dampfmaschinen  und  der  für  gewerbliche
Zwecke  arbeitenden  mechanischen  Kräfte.
3)  Tabelle  der  Handels-  und  Transportgewerbe,  der  Gastund
  Schankwirthschaften,  so  wie  der  Anstalten  und  Unternehmungen ­
  zum  literarischen  Verkehr.
Indem  genannte  Tabellen  Nachrichten  zu  enthalten  haben,
welche  bisher  theils  in  der  in  Preussen  eingebürgerten  Handwerkertabelle, ­
  theils  in  der  Fabrikentabelle  einen  Platz  fanden,
so  wird  in  Folge  dessen  der  Zusammenhang  der  preussischen
Tabellen  zerrissen.  Das  ist  weniger  als  etwas  Beklagenswerthes
  hervorzuheben,  als  vielmehr  deshalb,  weil  mit  dem
Falle  der  äusseren  Gleichheit  der  bisherigen  und  künftigen
Tabellen  kein  Grund  mehr  vorhanden  ist,  gegen  eine  etwa
bessere  Ueberzeugung  und  lediglich  aus  Rücksicht  auf  die  Form
jener  Tabellen  administrative  und  wissenschaftliche  Principien
erster  Ordnung  zu  opfern,  was  bislang  mehrfach  geschehen  ist.
Die  bis  zur  letzten  bei  jeder  Volkszählung  gewonnenen
Tabellen  in  Preussen  sind  bekanntlich  folgenden  Inhalts:
1)  die  statistische  Tabelle,  enthaltend  die  Nachrichten
von  den  Gebäuden,  der  Volkszahl  und  dem  Viehstande;
2)  die  Uebersicht  der  verschiedenen  Wohnplätze,
gleichzeitig  enthaltend  eine  Uebersicht  von  den  Resultaten
sämmtlicher  Immobiliar  -  Feuerversicherung^  -  Anstalten,
ferner  die  Nachweisung  der  Zahl  der  Ein-  und  Ausgewanderten ­
  und  die  Controle  über  die  Vermehrung  der
Bevölkerung  des  preussischen  Staats  ;
3)  die  Uebersicht  der  persönlichen  und  gewerblichen
Verhältnisse  der  Juden  (die  Judentabelle);
4)  die  Gewerbetabelle  (Handwerkertabelle),  enthaltend
die  Nachweise  über  die  mechanischen  Künstler  und
Handwerker,  die  Anstalten  und  Unternehmungen  zum
literarischen  Verkehr,  die  Handelsgewerbe,  die  Schifffahrt, ­
  das  Fracht-  und  Lohnfuhrwesen,  die  Gast-  und
Schankwirthschaft,  die  Beamten,  die  Gelehrten  und
Künstler,  die  Rentners  und  Personen  ohne  Beruf,  die
Almosenempfänger,  die  ländlichen  Erwerbsverhältnisse,
die  Handarbeiter  und  das  Gesinde;
5)  die  Gewerbetabelle  der  Fabricationsanstalten  und
Fabricationsunternehmungen  aller  Art  (Fabrikentabelle).
Schon  die  Ueberschriften  obiger  Tabellen  lehren,  dass  sie
mehr  ein  Conglomérat  verschiedener  statistischer  Nachrichten
sind,  als  einer  systematischen  Gruppirung  entsprechen,  in  der
man  sich  leicht  und  einfach  zurecht  finden  könnte.  Sie  stellen
Heterogenes  neben-  und  reissen  eng  Zusammengehöriges  auseinander; ­
  auf  der  einen  Seite  enthalten  sie  Wiederholungen,
auf  der  anderen  vermindern  sie  ihren  Werth  durch  Auslassungen ­
  sehr  wichtiger  Gegenstände;  sie  verursachen  durch
ihre  innere  Einrichtung  die  wesentlichste  Unbequemlichkeit
bei  der  Aufnahme  und  dem  Gebrauche.  Nächstdem  ist  in
den  Tabellen  Mehr  er  es  unwissenschaftlich,  davon  ganz  zu
schweigen,  dass  die  Anordnung  in  mancher  Beziehung  selbst
unästhetisch  ist.  Unstreitig  verletzt  es  das  Gefühl,  die  Menschen ­
  und  den  Viehstand  in  bunter  Reihe  aufgeführt  zu  sehen.
Diese  Zerreissung  und  Neugruppirung  der  Tabellen,  wie
überhaupt  viel  anderes  jetzt  zu  Bemängelnde,  ist  zwar  Sache
neueren  Datums,  doch  ist  es  durch  Umstände  alten  Datums
verschuldet.  Das  erste  von  Hoffmann  im  Jahre  1810  entworfene ­
  und  von  ihm  zum  ersten  Male  für  dieses  Jahr  angewandte ­
  Formular  war  zu  umfassend.  Es  wollte  die  Zustandsschilderung ­
  des  Staats  in  einer  einzigen  unstreitig  mit  grossem
Scharfsinn  entworfenen  Tabelle  erschöpfen.  Da  es  jetzt  noch

von  Interesse  sein  dürfte,  jenes  erste  Formular  nach  allen
seinen  Spalten  kennen  zu  lernen,  so  möge  sein  Inhalt,  wie
lang  er  auch  sei,  hier  eine  Stelle  finden.
Er  zerfällt  in  sechs  Hauptabschnitte  mit  625  Spalten.
I.  Gebäude.
Bestimmung.
2.  Kirchen,  Klöster.  3.  Schlösser.  4.  VersammhiBgshäuser.
  5.  Militairgebäude.  6.  Häuser  für  Unterricht.
7.  Hospitäler.  8.  Gefängnisse,  Strafgebäude.  9.  Gebäude
für  andere  polizeiliche  Zwecke.  10.  Privatwohnhäuser.
11.  Fabrikgebäude,  Mühlen,  Waarenlager.  12.  Ställe,
Scheunen.  Schuppen,
Beschaffenheit.
13.  Ganz  massiv.  14.  Fachwerk,  auch  zum  Theil  massiv.
15.  Ganz  von  Holz.  16.  Harte  Dachung.  17.  Weiche
Dachung.  18.  Stroh-  oder  Rohr-Dachung.
Anzahl  aller  Gebäude.  19.
Feuerversicherung.
20.  Versicherungssumme  in  den  öffentlichen  Feuersocietäten.
  21.  Versicherungssumme  bei  Privatassecuradeurs.
  22.  Taxirter  Werth  der  Brandschäden
23.  Zerstörte  Gebäude.  24.  Neu  aufgeführte  Gebäude.
25.  Wüst  stehende  Gebäude.  26.  Wüste  Baustellen.
II.  Bevölkerung.
Dem  G-esehlechte  und  Alter  nach.
Männliches  Geschlecht  :
27.  Unter  7  Jahren.  28.  7—14  Jahre.  29.  14—18  Jahre.
30.  18—45  Jahre.  31.  45—60  Jahre.  32.  über  60  Jahre.
33.  Summa.
Weibliches  Geschlecht:
34.  Unter  7  Jahren.  35.  7—14  Jahre.  36.  14—45  Jahre.
37.  45—60  Jahre.  38.  über  60  Jahr.  39.  Summa.
Summa  beider  Geschlechter.  40.
Den  ehelichen  Verbindungen  nach.
Männliche  Personen  über  18  Jahr:
die  unverehelicht  sind,
41.  die  noch  nie  verehelicht  waren,
deren  Ehe  wieder  aufgelöst  ist,
42.  durch  den  Tod,  43.  durch  Scheidung;
die  in  der  Ehe  leben.  44.
Weibliche  Personen  über  14”Jahr:
die  unverehelicht  sind,
45.  die  noch  nie  verehelicht  waren,
deren  Ehe  wieder  aufgelöst  ist,
46.  durch  den  Tod,  ¡47.  durch  Scheidung;
die  in  der  Ehe  leben.  48.
Anzahl  der  Ehepaare,  welche  beisammen  wohnen.  49.
Den  bürgerlichen  Verhältnissen  nach.
Männer  und  Jünglinge  über  14  Jahr  in  Anstellung,  Gewerbe
oder  Dienst.
Officia  nten.
Im  Civildienste.
In  wirklichen  Diensten:
50.  OberofEicianten.  51.  Unterofficianten.
Pensionirt  oder  auf  Wartegeld:
52.  Oberofficianten.  53.  Unterofficianten.
Im  Militärdienste.
In  wirklichen  Diensten  :
54.  Oberoffiziere.  55.  Unteroffiziere,  Gemeine  und
Spielleute.
Pensionirt  oder  auf  Wartegeld:
56.  Oberoffiziere.  57.  Unteroffiziere,  Gemeine  und
Spielleute.
Eigenthiirner,  Erbpächter  oder  Erbzinsleute,  die
auf  ihren  Gütern  leben.
Besitzer  adeliger  Güter.  58.
Besitzer  bürgerlicher  und  bäuerlicher  Güter:
59.  über  300  Morgen,  60.  von  15  —  300  Morgen  einschliesslich, ­
  61.  unter  15  Morgen.
Bürger,  welche  in  den  Städten,  wo  sie  das  Bürgerrecht ­
  geni  essen,  leben.  62.
            
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